Oktogoogle
Ich kann nur schwer nachvollziehen, warum erwachsene Blogger auf der einen Seite (zu Recht) gegen Vorratsdatenspeicherung wettern, bei Googles oktopodischen Diensten aber jegliche kritische Vernunft vermissen lassen und Google ihre Daten sogar freiwillig hinterherschmeißen, indem sie völlig vorbehaltlos mit Google Docs, Spreadsheets und Notizbuch arbeiten, Mails per GMail verschicken, die Google Toolbar oder (noch schlimmer) den Google Desktop installieren, während sie obendrein noch mit einem ständig das eigene Surfverhalten an Google sendenden Browser unterwegs sind. Man fragt sich, wie lange es wohl noch dauert, bis auch die Europäer – wie in den USA mit Google Health bereits an der Tagesordnung – Google vertrauensselig ihre medizinischen Daten überlassen.
Ich hege da eher ein gesundes Misstrauen, ganz abgesehen davon, dass mir ohnehin kein vernünftiger Grund einfallen will, warum ich meine Daten online speichern oder bearbeiten soll. Zumal bei einer Firma, die sich zum Thema Datenschutz alles andere als zufriedenstellend äußert.
Sammelleidenschaft
Immerhin werden gespeicherte Suchanfragen/IP-Adressen-Paare (auf Druck von Datenschützern) seit kurzem nun „schon“ nach neun statt 18 Monaten anonymisiert, aber warum meine Suchanfragen zusammen mit meiner IP-Adresse überhaupt protokolliert, gespeichert und analysiert werden müssen, erschließt sich mir nicht.
Natürlich liefert Google die umfassendsten Suchergebnisse, aber was kann man tun, wenn man seine Suchanfragen und IP-Adressen eben nicht unfreiwillig von Google aufbewahrt, durchleuchtet und womöglich mit vielen anderen Datenbeständen aus Googles großem Fundus abgeglichen wissen möchte?
Dann benutzt man Scroogle:
Scroogle umgeht Googles Logging und langfristige Speicherung der Nutzeraktivitäten mittels Cookies oder IP-Adressen. Mit Hilfe von Scroogle können Google-Suchen durchgeführt werden ohne die üblichen Google-Werbungen zu erhalten. Quelle
Bequemer scroogeln
Für Firefox gibt es Plugins, um die im Browser voreingestellte Suchmaschine zu ändern, in Safari geht das, soweit ich weiß, nur mit Saft. Da damit allerdings nicht sofort ersichtlich ist, wie man neue Suchmaschinen einträgt, hier eine Kurzanleitung:
Öffnen Sie die Safari-Voreinstellungen, dort klicken Sie ganz rechts auf Saft. Bei den senkrecht angeordneten Reitern wählen Sie Kürzel und klicken unten auf Hinzu. Bei Name tragen Sie z. B. „Scroogle“ ein, eine Eingabe bei Kürzel ist optional. Bei URL tragen Sie ein:
http://www.scroogle.org/cgi-bin/nbbw.cgi?Gw=%@
Danach können Sie die Prozedur für deutschsprachige Google-Ergebnisse wiederholen, bei URL tragen Sie diesmal ein:
http://www.scroogle.org/cgi-bin/nbbw.cgi?Gw=%@&l=de
Et voilà – ab sofort können Sie ganz bequem das in Safari eingebaute Suchformular nutzen (auf die Lupe klicken, um die gewünschte Suchmaschine auszuwählen), um mit Scroogle unter vernünftigen Datenschutzbedingungen den Google-Datenbestand zu durchsuchen.
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Kommentare:
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Ich teile Deine Bedenken gegen die Datenkrake und danke für den tollen Tipp auf Scroogle.
Habe die Suchstrings in LaunchBar angelegt, klappt ebenfalls vorzüglich.
Danke. Statt SAFT geht auch GLIMS sehr gut. Und scroogle lässt sich auch über https ansteuern. Hier ein paar weitere Suchmaschineneinträge für Safari und GLIMS:
http://ssl.scroogle.org/cgi-bin/nbbw.cgi?Gw=,#query#
http://ssl.scroogle.org/cgi-bin/nbbw.cgi?Gw=,#query#&l=de
https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Special:Search?search=,#query#,&go=Go
https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Special:Search?search=,#query#,&go=Go
https://www.ixquick.com/do/metasearch.pl?query=,#query#,
https://www.ixquick.com/do/metasearch.pl?language=deutsch&query=,#query#,
http://dict.leo.org/?lp=ende&search=,#query#,
http://dict.leo.org/?lp=frde&search=,#query#
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