Liebes Tagebuch (105)
Letzte Woche beim morgendlichen 30-Minuten-Schwimmen überlegt: Wenn für die Erzeugung von 200 kg Rindfleisch (das ist das, was nach dem Schlachten eines Rinds nach drei Jahren Aufzucht an Fleisch in die Metzgertheke gelangt) 3.100.000 Liter Wasser verbraucht werden – wie viel ist das eigentlich im Vergleich zu der Wassermenge in so einem großen 50-m-Schwimmbecken?
Bestimmt viel weniger.
Pustekuchen: Ein ganz normales Wettkampfschwimmbecken von 50 Meter Länge, 25 Meter Breite und 2,20 Meter Tiefe enthält, wenn es randvoll ist, „nur“ 2.750.000 Liter Wasser.
Plastisch ausgedrückt: Für die Aufzucht eines einzigen Rinds, das gerade mal 200 kg Fleisch ergibt, benötigt man die 1,13-fache Menge an Wasser, die ein randvoll gefülltes 50-Meter-Schwimmbecken fasst.
Unfassbar.
Und ein weiterer Grund, Rindfleisch komplett von der Einkaufsliste zu streichen.
Siehe auch: Noch mal was zu Wasserbilanzen und persönlichem Verzicht
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Kommentare:
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Mich würde ja mal die Zusammensetzung dieser Rechnung interessieren! Weil, wir (Also jetzt nicht direkt ich, aber mein Nachbar, der Nebenerwerbslandwirt) haben hier Rinder, einmal drei im Stall (Milchkühe) und ne Herde mit 20 Tieren auf der Weide… Das wären demnach… rechenrechenrechen…. Ergebnis: Extrem viel Wasser…
Also ich denke, da wurden wieder wirr von irgendwelchen Öko-[PIEP] Faktoren umher geworfen und dann mit ein paar Potenzen verrechnet….
Lasse mich aber gerne eines besseren belehren, wenn ich, wie gesagt, die Faktoren dieser Rechnung kenne!
Ein Schlachtrind hat Zeit seines Lebens 1300 kg Getreide und 7200 kg Heu/Silage gefuttert. Und es hat dazu 31.000 Liter Wasser fürs Trinken und zur Pflege direkt verbraucht. Für die Erzeugung der achteinhalb Tonnen Futter (für im Endeffekt, ich muss es an dieser Stelle noch mal erwähnen: gerade mal 200 kg Fleisch) wurden aber zusätzlich gut 3 Mio Liter Wasser verbraucht (Quelle).
In jeglicher Hinsicht keine gute Bilanz, oder?
Aber was heißt verbraucht? Das Wasser ist ja nicht weg.
Naja, ich halte die Aufstellung noch immer für sehr grenzwertig und die Zahlen als nicht sonderlich glaubwürdig! Eine Zahlenspielerei, die halt a bisserl schockieren soll. Relativ zu einander, in dieser Ausarbeitung mag es stimmen, aber absolut…
BTW: Aber Kaffee trinkst Du dann trotzdem? Dieser Quelle zu folge sind das 21000l pro Kilo im Vergleich zu 15500l beim Fleisch… Wobei ja Kaffee für die menschliche Ernährung absolut überflüssig ist, Fleisch aber einen Sinn macht. Da fällt mir auf: Wie sieht das Wasseraufkommen für einen Vegetarier aus, der Fleisch und die darin enthalten Mineralien durch Hülsenfrüchte, etc. ausgleichen mag?
Oder um es mal konkret auszudrücken: Ich mag Rindfleisch einfach :-)
Rindfleisch hat ganz sicher eine schlechte Energiebilanz, aber es ist kein „schwarzes Loch“. Es kann Wasser nicht „verschwinden“ lassen!
Und: Alles ist dual. Wir haben auf der einen Seite ein paar energetisch/ökologische „Leichen“ im Keller.
Auf der anderen Seite, war es nie so einfach, so viele Menschen so preiswert zu ernähren.
Hoch lebe der Analogkäse! :-)
Na, da fehlt ein bisschen was in der Statistik.
Für die Produktion von Käse fallen danach pro kg nur 5.000 Liter an, also 1/Drittel von Rindfleisch. So weit so gut. Aber: eine Kuh gibt nur Milch, wenn sie ein Kalb hatte. Diese Kälber enden teils als Milchkuh, im wesentlichen aber im Kochtopf, entweder als Kalbfleisch oder als normales Rindfleisch nach ca. 14 Monaten Mast. Um bei der Käseproduktion also die 15.500 Liter für das Rind zu vermeiden, müssen die Kälber unmittelbar bei der Geburt geschlachtet und gegessen (oder zum Abdecker gebracht) werden.
Nach dieser Logik ist das beste, was du machen kannst, soviel Fleisch von so jungen Kälbern wie möglich zu essen. Je jünger, desto geringer der Wasserverbrauch. Also: Kalbsschnitzel vom Bauern vor Ort anstatt argentinisches Rindersteak. Zumindest wenn du weiterhin Käse essen willst. Oder du bist konsequent und wirst Veganer und isst Kunstkäse.
Das Problem betrifft nicht nur Rindfleisch sondern den Fleichkonsum insgesamt und auch die tierischen Produkte wie Milch und Eier. Den Artikel hier finde ich zu dem Thema recht gut, er ist nicht so plakativ: http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=3467
@Peter: Danke für den Link, ich finde in dem Artikel wird die Problematik differenziert und sachlich dargestellt, jedoch auch ohne dabei zu verharmlosen. Wobei sich die Erkenntnis vielleicht doch durch die auch nicht mehr brandneue Parole „Think Global Eat Local“ schön plakativ auf den Punkt bringen lässt. Ich werde jedenfalls in Zukunft noch mehr versuchen, darauf zu achten, dass sich in meinen Mahlzeiten möglichst Fleisch von Raufutterverwertern aus Deutschland statt irgendeinem Fleisch/Geflügel z.B. aus China oder Südamerika befindet.
Wird jetzt die Espressomaschine verschrottet?
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/282/482734/text/
Eine Infografik zum Thema: Virtual Water Poster
Auch wenn die errechnete Wassermenge erschreckend hoch sein mag: zumindest da ich wo ich wohne, kann ich darin kein Problem erkennen. Wasser fließt hier jeden Tag mehr als genug den Rhein und Main hinunter, und das Gras wächst auch ohne Bewässerung einfach so – egal ob die Kühe es anschließen zu Fressen bekommen oder nicht.
Ein Problem ist doch das eher dort, wo es wenig Wasser gibt und dennoch Rinderzucht betrieben wird. Deswegen werde ich aber nicht unser heimisches Rindfleisch verschmähen.
@Jonas: Ein Problem gibt es aber auch, wenn die Rindermast zwar in heimischen Gefilden stattfindet, aber das Futter aus Wassermangelgebieten stammt. Die Herkunft des Futters ist (zumindest für mich) auch bei deutschem Herkunftsnachweis auf der Packung nicht nachvollziehbar. Bei Bio-Fleisch kann man zumindest davon ausgehen, dass ein Großteil des Futters ebenfalls hierzulande (oder sogar von dem Mastbetrieb selbst) hergestellt wird – je nach dem, wie streng die Richtlinien des verwendeten Bio-Siegels sind – und dass man durch den Verzehr nicht die Situation in einem Wassermangelgebiet verschlimmert.
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