Mojo verde
Wer schon mal auf den Kanaren war, kennt sie, die absolut unwiderstehlichen Mojos (ich lasse mir, wann immer es geht, frische mitbringen). Wer allerdings im Internet mal nach einem Rezept gesucht hat (wie ich gerade, um auch mal andere Rezepte kennen zu lernen) und sich auf seine Geschmacksknospen einigermaßen verlassen kann, wird sich häufig genug über die angebliche Zutat „Kümmel“ gewundert haben. Zu Recht, denn Kümmel hat in einer Mojo überhaupt nichts zu suchen – was diese ahnungslosen Rezeptübersetzer eigentlich meinten und was einer Mojo den typischen Geschmack gibt, ist Kreuzkümmel, auch Cumin genannt. Hat mit Kümmel so viel zu tun wie Petersilie mit Peter. Das zeigt übrigens u. a., dass die Betreiber sehr vieler Kochwebsites offensichtlich ihre eigenen Rezepte noch nie selbst zubereitet haben.
Hier ist ein Rezept für eine Mojo verde (grüne Mojo), die zumindest annähernd so gut schmeckt wie die, die ich auf Fuerteventura gegessen habe.
Zutaten 
- ca. 10 Zehen Knoblauch
- 4 EL Weißweinessig
- 1 TL Salz
- 1 EL Cumin (gemahlen)
- 1-2 Bund glatte Petersilie (im Winter sind die Bunde kleiner, da braucht man zwei)
- 150-200 ml gutes Olivenöl
Zubereitung
Die Knoblauchzehen schälen und mit dem Salz und dem Essig in einem Mixer oder mit einem Pürierstab zerkleinern. Erst die Petersilie, dann den Kreuzkümmel dazu geben, weiter pürieren und dabei mit Olivenöl angießen, bis eine cremige Konsistenz erreicht ist.
Tipp: Falls der Knoblauch nicht frisch sein sollte, entfernen Sie unbedingt den grünen Keim, nachdem Sie Sie die Zehen halbiert haben, damit die Mojo nicht zu scharf wird.
Passt besonders gut zu den typischen kanarischen Kartoffeln (gewaschene, ungeschälte kleine Kartoffeln mit wenig Wasser und viel Meersalz kochen, bis das Wasser verdunstet ist und die Schale runzlig weiß aussieht) und natürlich zu Fisch, Gemüse und Fleischgerichten.
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Kommentare:
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Lecker. Danke für das Rezept! Das mit dem Mitbringen ist auch eine tolle Idee: Ich suche noch jemand, der mir – möglichst monatlich – 500 Gramm Biltong aus einem „Pick ‘n’ pay“ in Südafrika mitbringt…
Papa arrugadas mit Mojo und frischen Gambas. Ich kenne eine Frau, die würde dafür töten!
Cool, vielen Dank. Hab immernoch 3 Mojos von meinem Urlaub letztes Jahr auf Teneriffa übrig, kam aber noch nicht dazu, sie der Familie mit Papas zu präsentieren.
Muchas gracias – kommt wenigstens aus der Küche ein wenig Frühlingsstimmung auf.
Hast Du auch ein Rezept für Mojo rojo?
Übrigens hat dieses Mojo nichts mit dem Mojo Austin Powers´ zu tun, obwohl die Wirkung je nach Schärfe durchaus ähnlich sein kann ;-)
@ Martin: Biltong ist mir bei meinem Südafrikaurlaub völlig verborgen geblieben – hört sich aber lecker an, was man so liest und ist fürs nächste Mal vorgemerkt. Dafür haben wir in Kapstadt mit Einheimischen mal ein Braai (ein Barbecue) veranstaltet. Auf die Frage, wo wir denn das Fleisch dafür einkaufen sollten, sagte man uns, das beste Fleisch gebe es in der German Metzgerei Soundso (habe den Namen vergessen). Dort wurden wir dann übrigens wie selbstverständlich auf deutsch bedient …
@ Lars: Die gleichen Zutaten wie oben ohne die Petersilie. Dafür kommen eine rote Chilischote (wer’s nicht so scharf möchte, entfernt vorher die Kerne), eine rote Paprika und 1/2 TL Paprikapulver dazu; Zubereitung wie oben.
@ Michael: Ich habe Biltong durch meine Freundin, die Ende der Neunziger in Südafrika „Einheimischen am Zahltag die Kugeln aus dem Hintern“ operiert hat, kennengelernt. Sie hatte dort übrigens auch einen deutschen Fleischer.
Bis vor einem knappen Jahr konnte man das in Deutschland bei biltongonline.de bestellen; war ziemlich teuer aber sehr lecker…
Nun hängen wir bei einem Freund, der hier arbeitet, „an der Nadel“. Dort arbeitenden Menschen hat der liebe Gott Kapstadt auf den Weg von und zur Arbeit spendiert. Dummerweise arbeiten die „sehr unregelmäßig“. Vor drei Wochen war es wieder soweit: Frisches Biltong für ca. 60 Rand. Flasche(n) Shiraz dazu – life is good!
Biltong ist definitiv eine ganz leckere Geschichte, allerdings sollte man wirklich das Original (Rind, Springbock, etc) genießen. Das Zeug, das man hin und wieder im deutschen Supermarkt („Beef jerky“) oder als Astronautenfutter im Outdoor-Laden bekommt, ist Mist!
Und da Greta von uns inzwischen auch auf das Zeug konditioniert wurde, geht der nächste Urlaub wohl an die Quelle. :-)
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