Liebes Tagebuch (84)
Ich kann so nicht arbeiten
Heute Morgen voller Tatendrang gewesen, als exakt um zweiundzwanzig Minuten nach sieben, just als ich die Espressomaschine anstellen wollte, alle Lichter ausgingen. Alle? Nein. Nur die in der Hälfte des Hauses, in der meine Wohnung liegt, wie ich nach einem Besuch beim Hauptsicherungskasten im Keller feststellte. Ein anschließender Blick aus dem Fenster auf die Straße zeigte dies:

Aha, da hatten sie wohl das Stromkabel erwischt. Also bei den Stadtwerken angerufen: Wir schicken jemanden. Kamen tatsächlich schon nach zwanzig Minuten. Wo ist denn der Hauptverteiler? In einem Keller, dessen Besitzer leider verreist sind. Hat sonst keener ’n Schlüssel? Wir müssen da unbedingt rein! Nach diversen Klingeleien einen Ersatzschlüssel bei Nachbarn aufgetrieben. Mist, ist dit dunkel, hat hier mal eener ’ne Taschenlampe? Zurück in die Wohnung, um die Halogenlampe von meinem Fahrrad zu holen. Juut, da muss ick erstma ’n Phasenprüfer holn. Zwanzig Minuten später: Ick mach hier erstma’n Provisorium. Kurze Zeit später konnte ich endlich den ersten Milchkaffee des Tages trinken – viel mehr aber auch nicht:

Aus der Übergangs- wurde dann in einer mehrstündigen Reparatur eine dauerhafte Lösung, sprich: ein neues Kabel wurde verlegt und angeschlossen. Währenddessen war jetzt das gesamte Haus ohne Strom. Um 17 Uhr sprangen Rechner, Telefon, Kühlschrank etc. wieder an. Leider aber die Heizung nicht. Warmwasser war schon längere Zeit alle. Dummerweise gab es bei der uns bekannten Hausverwaltungsnummer nur den Hinweis, dass man außerhalb der Sprechzeiten anriefe, man möge es doch bitte Donnerstags zwischen 9 und 13 Uhr noch einmal versuchen. Mit Nachbarin versucht, bei der Havarienummer eines Heizungsbauers anrufen. Keiner da.
Montagsfazit
Wie abhängig – im wahrsten Sinn des Wortes – man von einer funktionierenden Stromversorgung ist, und zwar in jeder Minute seines Lebens, merkt man erst, wenn sie ausfällt. Jetzt, um 19 Uhr, läuft alles wieder, auch die Heizung. Aber mir ist ein kompletter Arbeitstag flöten gegangen. Und das, wo ich eh schon hinterher hänge …
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Kommentare:
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Aufgerüttelt durch diesen erschütternden Bericht kaufen vielleicht schon morgen reihenweise Freiberufler ein Notstromgerät. Damit hätte der Vorfall wenigstens etwas gutes – als Auslöser eines kleinen Konsumschubs gegen die drohende Abwärtsspirale der Rezession … ;-)
Ich wünsche möglichst wenig Stress beim Aufarbeiten des Rückstands.
Musste laut Lachen beim ersten Absatz :-D
Mir entgegnete ja schon vor Jahren mal die Haushaltshilfe eines Bekannten auf meine Antwort was ich beruflich mache, dass das mit „Computer und so” nichts Gutes sein könne und ich das noch selbst erführe, wenn Gott eines Tages den Strom abschalte.
So sieht das Jüngste Gericht dann wohl aus :-)
Nicht daß da ein böser Konkurrent dran schuld war…
Mittlerweile glaube ich, dass das Jahr 2008 KEIN Michael Preidel ist/wird.
Ich drücke die Daumen für 2009!!
Bei dem was ich über das Jahr hinweg über Deine Wohnsituation (DSL-Ausfälle, Baumfällung, Strom usw.) gelesen habe solltest Du wirklich mal ein paar Gedanken an einen Umzug verschwenden ;-)
Kopf hoch! Manchmal gibt es Tage aus denen könnte man zwei machen…
Freut mich sehr, dass es immerhin am gleichen Tag wieder gefunzt hat bei Dir :-)
Wir waren mal von Do bis Mo ohne Telefon und Internet… und das bei Arbeit von daheim aus ;-)
Besten Gruss und nicht den Advent vermiesen lassen!
Livia
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