Verlorenes iPhone und eine 1a Verschwörungstheorie
Wer es nicht mitbekommen hat: Ein Apple-Mitarbeiter hat einen getarnten Prototyp des nächsten iPhones in einer Bar vergessen/verloren. Jemand hat das Ding gefunden und einige Zeit später auch bemerkt, was er da gefunden hatte. Statt aber das iPhone dem Besitzer zurückzugeben, zog er es vor, den Prototypen verschiedenen Tech-Websites anzubieten. Gizmodo kaufte ihn dann für 5000 Dollar, brachte eine große Story heraus und gab das voraussichtliche iPhone 4G – nach Aufforderung Apples – schließlich zurück. Da es sich nach kalifornischem Recht um Diebstahl handelt (nicht nur nach kalifornischem – finde ich z. B. ein Blackberry in der S-Bahn und verkaufe es auf dem Flohmarkt, mache ich mich auch hierzulande strafbar, Stichwort Fundunterschlagung), gab es mittlerweile auch eine Hausdurchsuchung beim Gizmodo-Redakteur, der das iPhone angekauft hatte.
Der Finder
Nachdem Gizmodo unnötigerweise auch den vollen Namen des Apple-Mitarbeiters veröffentlicht hat, der den Prototypen verloren hatte, machte sich Wired daran, den Namen des Finders herauszufinden, was offensichtlich auch relativ problemlos gelang: „iPhone Finder Regrets His ’Mistake’“. Grobe Zusammenfassung: Der bekannte Anwalt des Finders, den der sich vorsichtshalber genommen hat, stellt fest, er sei ein guter Junge, der seinen Fehler bedauert.
Tatsache ist, dass er genau wusste, was er da in den Händen hielt und dass er unzählige Möglichkeiten hatte, das iPhone zurückzugeben: Er hätte es dem Barkeeper geben können; er hätte dem Barkeeper seine Telefonnummer geben können, falls jemand nach einem verlorenen iPhone fragt; er hätte es auf der nächsten Polizeiwache oder in einem Apple-Store abgeben können; er hätte dem Besitzer eine E-Mail schicken können (auf dem Prototyp-iPhone war dessen Facebook-Profil geöffnet); nicht zuletzt hätte er auch die 30 Minuten bis nach Cupertino fahren und es direkt bei Apple abgeben können.
„Zufall? Vielleicht …“
Es gab ja schon einige, die vermuteten, es handele sich in Wahrheit um eine getarnte PR-Aktion Apples. Aber das beste, was ich in diesem Zusammenhang gelesen habe, ist diese Verschwörungstheorie, die als Kommentar unter dem genannten Wired-Artikel steht:
Don’t know if anyone noticed, but the white car in the background has a Chinese license plate which means the photo was taken in China. Since the guy is 21 now and the photo was taken in 2008 that would mean he was 19 when he traveled to the Far East. Also, the plate looks like it comes from the province of Guangdong and the “A” stands for the capital city of the province, Guangzhou, which is just on the edge of the factory belt in Southern China (from where it is about an hour on the train to the location of the Foxconn factory that makes the iPhone). Coincidence? Maybe…but there might be more to this story than just some “guy” finding a prototype in some “bar” in the States.
Quelle: fuzzylogixxs Kommentar zum genannten Wired-Artikel
Atemberaubend!
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Da hat aber jemand wirklich Adleraugen. Ich kann grade noch erkennen, dass es sich um ein chinesisches Nummernschild handelt, aber die Provinz hätte ich jetzt nicht mehr erkannt.
Mich hat es allerdings dann später auch gewundert, wie diese anderen iPhone-Prototypen nach Vietnam gekommen sind – seltsame Geschichte.
PS: Interessant übrigens, dass Wired hier für das Foto nur das Blog als Quelle nennt, aber nicht zur Quelle verlinkt. Und den Urheber/die Lizenz hätten sie ruhig auch nennen können. Aber solche Fragen stehen einem klickträchtigen Artikel wohl eher im Weg…
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