Liebes Tagebuch (123) - Beobachtungen
Auf der Autobahn
Ungefähr alle 750 Kilometer gibt es einen Aushilfsdeppen, der mit 90 km/h von der Auffahrtspur direkt auf die Überholspur wechselt. Ohne Rücksicht, im wahrsten Sinn des Wortes.
Eine Beschränkung auf 60 km/h in Baustellen läuft offensichtlich komplett wider die Natur des gemeinen Autofahrers. Jedenfalls wurde ich (der ich vor ein paar Jahren den Vorsatz gefasst habe, nie wieder ein Ticket wegen Geschwindigkeitsüberschreitung zu bekommen) am Wochenende nicht nur von allen anderen überholt, sondern auch unentwegt mit Blicken im Empathiebereich von mitleidsvoll bis hasserfüllt bedacht.
Sobald der Verkehr so zugenommen hat, dass selbst auf der linken Spur die Autos in der Schlange nur noch 120 km/h fahren können, habe ich grundsätzlich einen Volldeppen hinter mir, Automarke meistens BMW (nachtblau) oder aufgemotzter VW-Bus (schwarz), der mit links gesetztem Blinker in meinem Kofferraum hängt.
Mittelspurfahrer sind die größte Plage der autofahrenden Menschheit.
Im Fernsehen
Begrüßte einen der Moderator einer Fernsehsendung vor 20 Jahren noch mit „Guten Abend“, wurde daraus vor 10 Jahren schon „Einen schönen guten Abend“. Heutzutage geht nichts mehr unter „Einen wunderschönen guten Abend“. Ist wahrscheinlich ein ähnliches Phänomen wie beim Überbieten der Anzahl der Klingen in einem Nassrasierer.
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Kommentare:
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Ich muss zur Verteidigung der BMW-Fahrer sagen, dass es meiner Meinung nach inzwischen eher Audi-Avant-(heißen die heutzutage noch so)-Fahrer sind, die drängeln und blinken.
Scheinbar sind die ehemaligen 3er-Raudis mittlerweile erwachsen und haben Kinder mit an Board.
Das Fahren auf der Autobahn heute macht keinen Spaß mehr. Wirklich viel zu viel Idioten unterwegs, zuviel Dauerlinksfahrer und Mittelspurschleicher, die dann auch noch die Menschen aufhalten, weil man auf der rechten, meist freien Spur nicht überholen darf, neue Autos haben offenbar keine Blinker mehr, wer auf die Autobahn auffährt glaubt an Rechts vor Links oder gar Reißverschlußsystem und drängelt sich mit 90 einfach ohne eben die Vorfahrt des fließenden Verkehrs zu achten rein, im schlimmsten Falle glaubt er man müßte dann auf eine andere Spur ausweichen (wenn man es nicht tut gibts ordentlich Lightshow hinter einem) …
Wer ständig nach Ausbau von Autobahnen ruft, der sollte die vorhandenen erst mal richtig nutzen.
Ich muß mich schon wieder zusammenreißen, sonst rege ich mich nur wieder auf ;-)
„Ein wunderschönen guten Abend“ stört mich nicht, aber ich mag es nicht, wenn sich jemand am Telefon mit „Guten Tag, ich grüße Sie!“ meldet. Weiß nicht warum, aber ich finde das irgendwie doof. So doppelt gemoppelt, denn „Guten Tag“ ist ja schon der Gruß. Man sagt ja auch nicht: „Hallo. Dies ist ein Telefonanruf.“
Argh! Bei dem fast unvermeidlichen „Ich grüße Sie“ schreie ich allerdings auch immer still auf.
Ansonsten: blinken tut fast keiner mehr. Europaweit. Speziell als Fußgänger kann man an Abzweigungen deshalb oft Probleme bekommen. Aber deutsche Autobahnen waren doch eigentlich seit Ende der 70er schon immer so, das ist nichts neues; nur der Verkehr hat natürlich zugenommen, was das ganze noch unerträglicher macht.
Meiner Meinung nach ist das Modell „Auto“ eh schon seit langem tot, es hat nur noch keiner gemerkt. Ich wäre ja für diese in die Fahrbahn eingelassenen Induktivschleifen, Carrerabahnmäßig, für die Stadt und Autobahnen mit Elektrokarren, die man sich teilt. Auf speziell abgeriegelten Landstraßenabschnitten können sich dann all die Idioten austoben.
:-)
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