„Das Neue Europa mit dem dauernden Frieden“
Diese Karte erschien 1920 als Beilage zum 24-seitigen Buch „Die Unionisierung Mitteleuropas! Ein Wegweiser zum Dauerfrieden.“ von P. A. Maas . Er schreibt dort:
„Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass die Folgen der bisherigen Friedensverhandlungen den ewigen Frieden gesichert haben? Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass die Rache der einzelnen Völker durch die Folgen der bisherigen Friedensverhandlungen befriedigt worden ist? … In meinem Projekt werden die Nationalstaaten zwar zerrissen, aber sie werden gleichsam unter ein Dach gebracht, indem Unterregionen geschaffen werden, in denen alle Nationen durch oder mit der Zeit verschmolzen werden, eine neue menschliche Natur aus allen guten und edlen Seiten jeder jetzigen Nation entsteht, in der nicht wie bisher der Rassenhass, sondern die Liebe der Menschen vorherrscht und so allen, die zu einer einheitlichen Nation gezählt werden, Glück und Segen beschert.“
Die künftigen Staaten sollen aus 24 tortenförmigen Kantonen bestehen, die nach einer bedeutenden Stadt innerhalb des Kantons benannt wird und die auch dessen Hauptstadt wird.
„Die kantonalen Spitzen treffen sich in einem Punkt in der Hauptstadt der Union, dem Stephansdom in Wien. … Das stelle ich mir selbst als eine große, weite Gartenstadt vor, hygienisch gestaltet und ausgebaut. …
In der gesamten Union werden nur vier Nationen anerkannt: Römer, Deutsche, Slawen und Magyaren. Jede dieser Nationen, mit Ausnahme der letzteren, ist in verschiedene Völker unterteilt, die alle demselben Volksstamm angehören. Die Römer findet man in Frankreich, Italien, Rumänien – die Deutschen in Preußen, Bayern, Holland, Sachsen, Österreich, Tirol usw. – die Slawen in Polen, der Tschechoslowakei, Mähren, Ruthenien, Kroatien, Serbien usw.“
Die vier Nationen sind auf der Karte in verschiedenen Farben dargestellt, und in jedem der Kantone sollen Menschen aus mindestens zwei Nationen leben; im Kanton Brüssel zum Beispiel Römer, Deutsche und Slawen.
Der Präsident der Union soll eine dreijährige Amtszeit haben, und das Amt soll unter den vier Nationen rotieren. Wahlberechtigt sind alle Personen über 20 Jahre – mit Ausnahme von verheirateten Frauen (!). Esperanto soll die neue Einheitsprache werden:
„Unmittelbar nach der Gründung des Einheitsstaates müssen alle Lehrer Kurse besuchen, die auf das schnelle und gründliche Erlernen dieser universellen Sprache abzielen … Die Hälfte der verfügbaren Unterrichtszeit müsste für das Esperanto-Grundstudium, die andere Hälfte für die Fächer und die Muttersprache verwendet werden.“
P. A. Maas beschließt seine Utopie:
„Manchem Leser mag dieses Werk als das Ergebnis einer überreizten Phantasie erscheinen; eines Tages, wenn auch spät, wird die Erkenntnis der Wahrheit die Oberhand gewinnen, und vielleicht wird vieles, was ich hier angeregt habe, verwirklicht werden. Das wäre der schönste Lohn für meine ganz selbstlose, lange und aufwendige geistige Arbeit. …
Ich habe meinen Namen, meinen Beruf und meine Rolle als Autor und Herausgeber dieses Friedenswerkes einem Notar mitgeteilt, und es wird erst dann veröffentlicht werden, wenn die vier wichtigsten Nationen der Union ihr Urteil öffentlich abgegeben haben.“
Bis heute wurde er jedoch vom bestellten Notar nicht genannt - die vier Nationen haben sich noch nicht „öffentlich zu seinem Vorschlag geäußert“.
Quelle: Cornell University Library
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