CoverFlow
Es gab eine Zeit, da ging das mit dem Musik hören so: Man hockte sich vor seine Plattensammlung, die sich – abhängig vom sozialen Status – auch schon mal in einer Apfelsinenkiste befinden konnte und blätterte seine Alben durch, um die richtige Musik für die momentane Stimmungslage zu finden. Hatte man das passende gefunden, nahm man die Vinylscheibe vorsichtig aus der Hülle, legte sie auf den Plattenteller und setzte behutsam den Tonarm in die Rille. Aus dieser Zeit stammt auch der schöne Euphemismus „Kaminmusik“ für verkratzte Platten.
Gut, das Knistern oft gehörter Lieblings-Schallplatten vermisse ich heutzutage nicht (auf diversen R&B-Produktionen wird es ja ab und zu als Stilmittel wieder eingesetzt). Aber die Möglichkeit, auch visuell in den Albencovern meiner digitalen iTunes Bibliothek zu blättern, vermisse ich schmerzlich. Vermisste ich schmerzlich, um genau zu sein. Denn heute habe ich CoverFlow entdeckt:

Beim ersten Start indiziert CoverFlow die Cover Ihrer iTunes Bibliothek, was, je nach Größe der Bibliothek, ein paar Minuten dauert. Danach kann man – wie früher in den guten Zeiten – seine Plattensammlung wunderbarerweise endlich auch nach Covern durchstöbern, nicht nur nach Titeln. Ich habe damit CDs wieder gefunden, von denen ich nicht nicht mal mehr wusste, dass ich sie besaß.
Natürlich kann man die Wiedergabe eines Albums direkt aus CoverFlow starten und stoppen, es gibt ein Suchfeld, mit Auto Tracking oder ⌘L wird das Cover des gerade in iTunes spielenden Stücks eingeblendet, bei Amazon oder über Google kann man nach einem fehlenden Cover suchen usw.
Eins der größten Mankos einer digitalen Musiksammlung gehört damit der Vergangenheit an. Wenn ich bei Apple was zu sagen hätte, würde CoverFlow Bestandteil der nächsten iTunes Version werden.
Eine Software, die man bereits nach fünf Minuten nie mehr missen möchte. Höchstwertung: 
Ähnliche Beiträge:
FAQ-Ergänzung: Warum fängst du eigentlich keine Stöckchen? Doc Ock
Kommentare:
Bei den Kommentaren handelt es sich um fremde Inhalte, die sich „esse est percipi“ nicht zueigen macht. Verantwortlich für den Inhalt eines Kommentars ist der jeweilige Verfasser.
Es macht immer Freude hier neue (Jazz-)Sängerinnen zu entdecken…
Vielen Dank für die „Cover-Vorstellung“ von Lisa Ekdahl ;-) !
Ich hatte CoverFlow auch letztens (wieder-) endeckt und war ganz von den Socken. Damit ist in der Tat eins der größen Mankos, die „Nicht-Haptik“ von digitalen Sammlungen, wenigstens teilweise überwunden.
So und das möchte ich jetzt bitte auch auf dem Fernseher oder einem anderen „Nicht-PC“-Eingabegerät nutzen können…
Das ist ganz ganz GANZ großes Kino – seit Jahren warte ich auf so ein Tool. Danke für den Tipp. Ich habe übrigens nicht die leiseste Ahnung, wieso Apple das nicht schon längst in iTunes integriert hat…
Hallo Herr Preidel!
Nun mal langsam mit die Pferde… Ich höre seite ca. zwei Jahren (wieder) Vinyl. Zum einen, weil es viele gute Aufnahmen nicht in digitaler Form gibt (Gott sein Dank???) und zum anderen, weil Plattenhören wirklich ein anderes Verhältnis zur Musik bedeutet. Habe vor zwei Tagen eine Platte aufgelegt, die aus dem jahr 1963 (!!) stammt (gut, war auch als „neu“ angeboten worden). Die Klangqualität schaffen viele Studios heute mit DDD nicht.
Mir lief ein Schauer über den Rücken und das schöne Cover im Original und in LP-Größe in der Hand halten ;-))
Fazit: Ich höre immer öfter „schwarz“ und habe Spaß dabei. iTunes ist nur für die Hintergrundberieselung, wenn ich mal am Rechner arbeite.
Herzliche Grüße!
Reinhold
PS: Wenn die Scheibe nicht abgenudelt ist, gibt es hervorragende Reinigungsmöglichkeiten gegen den Kaminfeuereffekt
Schade nur, dass es das Tool nicht schafft meine Bibliothek zu indizieren und dabei einen Ordner mit 660 MB Müll hinterlässt!
@ Reinhold: Es spricht überhaupt nichts dagegen, weiterhin Vinyl zu hören. Ich sprach ja auch ausdrücklich von den „guten Zeiten“ – das war nicht ironisch gemeint. Im Gegenteil: Manchmal vermisse ich dieses besondere Gefühl, dass man hatte, wenn man eine neu gekaufte Platte das erste Mal auflegte und sie von von vorne bis hinten durchhörte.
Damals wäre es mir übrigens bestimmt auch nicht passiert, dass ich eine Platte aus Versehen doppelt gekauft hätte – was mir in CD- und iTunes Music Store-Zeiten jetzt schon zweimal passiert ist …
@ Ole: Deine Bibliothek scheint sehr groß zu sein – bei mir ist der Ordner mit den Covern nur etwas über 300 MB groß. Hast du mal File > Reload iTunes Library versucht?
Nein, soweit kam ich gar nicht. Nach dem sich das Programm beendet hat und ich es neu startete, versuchte es wieder wie ganz zu Anfang die Cover zu laden … was wieder im letzten Drittel zu unerwarteten Beenden von CoverFlow führte …
Kommentar schreiben:
FAQ (Häufig gestellte Fragen)
Kommentare:
- Michael Preidel zu Pasta dell’Orto
- Stefan zu Pasta dell’Orto
- Michael Preidel zu CookieCrumble Testflight jetzt auch für macOS
- Götz zu CookieCrumble Testflight jetzt auch für macOS
- Michael Preidel zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
- Henning zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
Schlagwörter

