Liebes Tagebuch (69)
Auch nach vier Monaten bin ich noch jedes Mal über den kahlen Anblick entsetzt, der sich einem bietet, wenn man in die Siemensstraße einbiegt.
Nächstes Jahr, wenn die überflüssigen Straßensanierungen abgeschlossen sind, werden zwar neue Bäume gepflanzt, aber dass dieses Viertel noch mal so grün wird wie vor den Baumfällungen, werde ich nicht mehr erleben.
Am Wochenende war schlechtes Wetter, da habe ich die Aufnahmen vom März geschnitten:
Siehe auch „Radikahlschlag“, „Wenn die Bäume Trauer tragen“ und „Ohnmacht“.
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Kommentare:
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Sehr schön dokumentiert, das macht mir Gänsehaut und treibt mir Tränen in die Augen.
Vielleicht solltest du den Film mal den Verantwortlichen zeigen und vielleicht überdenken sie dann das nächste mal ihre Entscheidung?!
Sehr, sehr trauriger kleiner Film. Nicht nachzuvollziehen mit dieser Sanierungswut. Und – Wahnsinn! – zwei Bäume werden als Ersatz für die vielen, großen Bäume gepflanzt? Absolut lachhaft! :-(
@ Frau Meier: Das glaube ich kaum. Solange diese Wir müssen Geld ausgeben, sonst verzichten wir auf die Fördergelder-Mentalität vorherrscht, wird sich da nichts ändern.
@ Nils: Nein, da hast du dich, glaube ich, verlesen – dort oben steht zwar, nicht zwei ;-) Geplant ist die Neupflanzung von 156 Bäumen in drei Straßen. Geplant war aber übrigens auch, die 25 jungen Bäume in der Siemensstraße innerhalb der Stadt umzusetzen, und nicht einfach abzuholzen, wie es dann im März gemacht wurde …
„...das macht mir Gänsehaut und treibt mir Tränen in die Augen.“
Öhm. Es wurden ein paar Bäume gefällt. Sowas sorgt schon für Tränen?
Ohne Ihnen zu Nahe treten zu wollen, aber da fehlt mir persönlich etwas Verhältnismäßigkeit. Ohne jetzt die Afrikakeule rauszuholen: Welchen Zusammenbruch erleben Sie dann erst bei menschlichem Leid?
Michael: Ganz ehrlich – findest du selber die musikalische Untermalung nicht auch etwas dick aufgetragen? Und der Verweis auf die Verschuldung soll was genau aussagen? Finde ich etwas reisserisch, das so zu gestalten.
@ Sven
Mir macht es Gänsehaut wenn ich sehe wie in einem Straßenzug sämtliche Bäume gefällt werden... etwas unwiederbringlich zertört wurde...wahrscheinlich auch deshalb, weil ich menschliches Leid ertragen musste.
@ sven: Natürlich ist das dick aufgetragen. Und reißerisch bzw. polemisch dazu. Aber warum auch nicht? Schließlich war das – neben den ganzen anderen Sachen, die in Babelsberg passiert sind – eine nachdrückliche Beschädigung unserer Lebensqualität. Die wir leider nicht abwenden konnten.
Die Erwähnung der Pro-Kopf-Verschuldung ist erstens ein Hinweis darauf, dass hier viel Geld (1,9 Millionen Euro - wenn es denn dabei bleibt!) ausgegeben wird, das man gar nicht hat (wobei nicht ganz klar ist, wieviel Fördergelder denn nun vom Bund kommen. Aber auch der hat das Geld ja nicht). Zweitens bezieht es sich natürlich auch direkt auf die Tatsache, dass im März 25 junge Bäume abgeholzt wurden, die eigentlich umgesetzt werden sollten. Und stattdessen jetzt neu gekauft werden müssen. Nach dem Motto: „Ist ja nicht unser Geld.“
Im übrigen gäbe es m. E. unzählige sinnvollere Möglichkeiten, solch eine Summe auszugeben (Bildung, Jugendarbeit etc.), als die Sanierung von Straßen, die es gar nicht nötig haben (die Wattstraße wurde gerade erst 1991 aufwändig saniert, bei der Siemensstraße hätte eine Reparatur des Seitenstreifens völlig ausgereicht).
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