Gestern habe ich probehalber Movable Type installiert – eine wirklich ziemlich ausgereifte Blogsoftware, muss ich sagen. Viel ausgereifter als das, was ich hier benutze – eine selbst zusammengestrickte PHP Lösung, die vor zweieinhalb Monaten mal mit dem Umschreiben von Thistle das Licht der Welt erblickt hat und an der ich nicht aufhöre, herum zu schrauben.
Aber genau das ist auch der Grund, warum ich es vorziehe, nicht Movable Type oder pMachine oder sonstwas zu benutzen: dieses hier ist so etwas wie eine Märklin Eisenbahn, an der ich rumbasteln kann, an der ich jede einzelne Schraube persönlich kenne und an der irgendwie immer was zu tun ist.
Ich schätze nur, ich sollte in Zukunft etwas weniger laut über bastelnde Dosen Besitzer lästern… ;)
Was viele vielleicht nicht wissen: Unscharfmaskierung ist keine Erfindung von Adobe Photoshop, sondern wurde schon bei der analogen Fotografie in der Dunkelkammer angewandt, wenn auch die Prozedur relativ aufwändig und die Ergebnisse selten vorhersagbar waren.
Man duplizierte ein Negativ mit einer dazwischengelegten Glasscheibe auf ein Stück Film, so dass das resultierende Positiv leicht unscharf wurde. Exakt übereinandergelegt, bildeten diese zwei Filme die »Unscharfmaske«, mit der das Fotopapier kurz belichtet wurde. Anschließend erfolgte die normale Belichtung mit dem Negativ – das Resultat war eine Kontrastverbesserung an den kontrastreicheren Kanten des Motivs.
Man kann das natürlich in der »Digitalen Dunkelkammer« ziemlich exakt nachvollziehen, und deshalb habe ich eine Photoshop Action geschrieben, die ich immer dann einsetze, wenn ein Bild leicht unscharf wirkt – hier die einzelnen Schritte:
- Schritt 1
Hintergrundebene zwei mal duplizieren
- Schritt 2
Die Füllmethode der mittleren Ebene auf »Ineinanderkopieren« stellen.
- Schritt 3
Die Deckkraft der obersten Ebene auf 50% setzen.
- Schritt 4
Auf die oberste Ebene den Gaußschen Weichzeichner anwenden – je größer der Radius, um so höher die Kontrastverstärkung.
- Schritt 5
Die oberste Ebene umkehren und mit der darunter liegenden Ebene gruppieren.
Et voilà – Unscharfmaskierung wie in der Dunkelkammer.
(Oberes Bild vor der Unscharfmaskierung, das untere danach.)
Update
In neueren Photoshop-Versionen müssen Sie die Gruppe anschließend noch mal explizit auf „Ineinanderkopieren“ stellen, damit der Effekt sichtbar wird.
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Zum Thema Lovesan und Macs erschien im Feuilleton der FR ein netter Artikel von Renée Zucker. Nein, ich bin nicht schadenfroh…
Ich habe mich ja schon im Eintrag Web-Typographie über diverse Fehler im Umgang mit Schrift – u.a. die Verwendung von Blocksatz – beim Website Design ausgelassen.
Die W3C Candidate Recommendation für CSS 3 lässt für die Zukunft allerdings noch schlimmeres vermuten: die text-justify Eigenschaft wird eingeführt, u.a. mit den Werten newspaper und distribute. Musste sich der geneigte Typograph bisher nur über Website-Blocksatz ärgern, der durch variable Wortabstände erzeugt wurde (was in Europa immerhin noch typographisch korrekt ist), ermöglicht der CSS 3 Blocksatz mit obigen Werten auch die Veränderung der Buchstabenabstände, um Text auszugleichen.
Ich kann mich gut an die Zeit erinnern, als QuarkXPress auch in der deutschen Version mit der US Standard-Einstellung bei »Silbentrennung & Blocksatz« ausgeliefert wurde, die beim Blocksatz auch die Zeichenabstände veränderte. Damals konnte man in den diversen Zeitschriften und Magazinen, die mit XPress produziert wurden, auf den ersten Blick erkennen, ob der Satz von einem Laien, der die Default Einstellung unverändert übernommen hatte, gemacht war, oder aber von einem Fachmann, der die Buchstabenabstände schnellstens auf 0 gesetzt hatte.
Jede Wette: Wenn die ersten Browser CSS 3 unterstützen, wird man auf jeder zweiten Website, die Blocksatz einsetzt, text-justify: newspaper sehen müssen.
Obwohl die W3C Recommendation lautet: » XHTML document authors are strongly encouraged to use XML declarations in all their documents« sollte man sich nicht daran halten, wenn man mit seinen XHTML Dokumenten auch IE 6 kompatibel sein möchte.
Die meisten Browser können Seiten nämlich in zwei verschiedenen Modi darstellen: im »Quirk Mode« und im »Standards Compliance Mode«. Der letztere stellt, wie der Name schon vermuten lässt, die Seiten so dar, wie es den W3C Standards entspricht.
In den »Quirk Mode« hingegen schaltet ein Browser, wenn z.B. die Doctype Declaration im HTML Dokument fehlt oder fehlerhaft ist. Der Browser verhält sich dann wie ein alter »quirky« Browser, der von Standards noch nichts gehört hat.
Und nun gibt es leider diesen Bug in IE 6, der den »Quirk Mode« zur Seitendarstellung auch dann einsetzt, wenn vor der Doctype Declaration noch etwas steht – wie z.B. eben die XML Declaration. Da diese aber nicht zwingend vorgeschrieben ist, empfiehlt es sich, sie einfach wegzulassen.
What’s the answer to life, the universe and everything multiplied by the speed of light divided by three teaspoons?
via Waxy.org
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