Hier und da und dort, aber auch hier und hier, zwischendurch auch mal da oder dort, da, da und da, here, there and everywhere – aber häufig auch hier oder hier hält man sich auf, wenn man eine Website von Tabellenlayout auf XHTML und CSS umschreibt. Weil ja Microsoft nichts von Standards hält und sie dementsprechend auch seit mehreren Jahren nicht in seinen unsäglichen Internet Explorer implementiert.
Eigentlich sollten CSS einem das Leben ja leichter machen…
Leben | Mittwoch, 13. August 2003
Nachts um halb zwei geweckt werden durch eine hysterische Katzenbesitzerin aus dem Nachbarhaus, die eine geschlagene halbe Stunde lang ihre Katze anzulocken versucht, indem sie mit gurrenden Moll-Terzen in Kopfstimmlage hunderte Male »Huan, Huuuaaan« (oder so ähnlich, scheint ein chinesischer Kater zu sein) in die Stille der Nacht ruft.
Leben | Dienstag, 12. August 2003
Ich bin auf regionaler Ebene einiges gewohnt, was private Bekanntschaften, die Mitgliedschaft in den richtigen Marketingclubs, Männerfreund- bzw. Seilschaften und eine direkt damit zusammenhängende Auftragsvergabe oder eben die komplette Nichtberücksichtigung bei derselben angeht – dass das national oder international natürlich genauso läuft, ist mir durchaus bewusst.
Aber so offensichtlich wie Fedor Radman, Franz Beckenbauers (mittlerweile: Ex-)Vize im WM-Organisationskomitee, der dummerweise u.a. eine Agentur mit der Logoentwicklung für die WM 2006 beauftragt hat, an der er selbst beteiligt ist, sollte man es dann doch nicht machen.
Wenn der öffentliche Druck nämlich zu groß wird, wird einen nämlich auch ein zunächst loyaler Aufsichtsrat am Ende nicht mehr halten können.
Auf diese Geschichte bin ich übrigens gestoßen, als ich im Erik Spiekermann Interview seit langer Zeit mal wieder etwas über dieses unsägliche WM 2006 Logo gelesen habe. Da ich dank erfolgreicher Verdrängung schon gar nicht mehr wusste, wie es aussieht und welche Agentur es gemacht hatte, habe ich im Internet danach gesucht – und obiges gefunden.
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Man mag ja von Erik Spiekermann halten, was man will (nebenbei bemerkt: ich halte viel von ihm), unterhaltsam ist er allemal. In einem lesenswerten Interview mit der Frankfurter Rundschau äußert er sich unter anderem zum Logo für die WM 2006 in Deutschland:
Man muss sich auf eine Botschaft konzentrieren, entweder Fußball oder Frohsinn oder Deutschland oder Fifa oder 2006. Und dann waren die Gestalter, die das umgesetzt haben, auch noch handwerklich unfähig. Schauen Sie sich den Schriftzug “WM 2006” an, so eine pseudo-moderne Schrift, das macht man einfach nicht mehr.
FR: Wozu die Aufregung? Ist doch nur ein nettes, kleines Logo.
Eine ästhetische Katastrophe und für unser Land ein riesiger Image-Schaden. So ein Logo macht die Arbeit und das Budget des Goethe-Instituts aus zehn Jahren kaputt.
via fscklog
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Diese Diskussion gab es Ende der 80er Jahre schon einmal: Wozu brauchen wir ausgebildete Designer, wenn doch deren Werkzeuge wie Computer und Drucker mittlerweile erschwinglich geworden sind und von jedem bedient werden können? Das Ergebnis hat man dann gesehen, als sich jeder 80×86 Besitzer, ausgestattet mit einer Coreldraw Raubkopie, fröhlich und selbstbewusst »Designer« genannt hat, à la »so’n bisschen Text und ‘n paar Bildchen auf dem Bildschirm hin- und herschieben kann ja nicht so schwer sein«. Die Qualität vieler Drucksachen dieser »Designer« war leider dermaßen im Keller, dass man sich mit Grausen abwenden und an jeglicher ästhetischen Kompetenz der Auftraggeber, die das zumeist auch noch ohne zu Murren bezahlt haben, zweifeln musste.
An diese Zeiten haben mich die folgenden Zitate erinnert – pbergner schreibt im Artikel Frame-Feeds u.a.:
IMHO wird hier wieder einmal ein grundsätzliches Problem in der Denkweise vieler Designern deutlich. Bei ihnen kommt naturgemäß(?) Design VOR Content, Usability, Webstandards etc. pp. Was zur Folge hat, dass sich alles – von zu kleinen, nicht skalierbaren Schriften bis zu exzessiven Frame-Orgien – dem Design-Korsett zu unterwerfen hat, komme was da wolle.
Und Marcus Völkel, vom dem auch das Zitat im Titel stammt, schreibt im Artikel Corporate Websites zum Thema Websites und Agenturen:
In der Konzeption, im Design, im Text und vor allem in der Frage, was Besucher wirklich wollen, sollte man sie tunlichst außen vor lassen – und wenn das nicht klappt: einfach ignorieren.
Da frage ich mich, wer denn dann die Gestaltung von Websites eigentlich übernehmen soll – Usability Experten etwa? Webdesigner, die ganz toll mit GoLive und Photoshop umgehen können? Oder hobbydesignende Programmierer? Damit dann genau solche Websites entstehen, wie sie pbergner im obigen Zitat beschreibt?
Nein. Die Herstellung von Websites ist eine interdisziplinäre Aufgabe. Und niemand anderes als ein gut ausgebildeter Designer kann in diesem Zusammenspiel die Aufgabe von Konzeption, Gestaltung und Layout übernehmen.
Was ich in diesem Zusammenhang übrigens immer nicht verstehe: Beherrsche ich keine Programmiersprache, ist die Sache klar – ich kann dann als Nicht-Programmierer eben keine Programmieraufgaben übernehmen. Handelt es sich aber um Design, meint jeder Nicht-Designer ganz selbstverständlich, das könne er so nebenbei miterledigen.
Um es noch einmal klar zu stellen: Grafik Design ist mehr, als Texte und Bilder auf dem Monitor hin und her zu schieben. Es ist – neben einer Menge Erfahrung – das Wissen um Konzeption, Projektplanung, Lesegewohnheiten, Farbwirkungen, Kommunikationstheorien, Mikro- und Makrotypographie, Wahrnehmungspsychologie, Kreativitätstechniken, Dramaturgie, Problemanalyse, Meinungsbildung usw. usf.
Und, was viele offensichtlich immer noch nicht wissen: Grafik Design ist nicht nur Aussehen und damit vordergründige Wirkung, sondern es ist gleichermaßen auch Bedien- und Benutzbarkeit, mithin also nachhaltiger Nutzen.
Der sich, und da gebe ich pbergner Recht, garantiert nicht einstellt, wenn jemand 5 Pixel hohe Schriften als GIF Grafiken auf einer Frame-basierten Website einsetzt.
Aber dieser jemand ist dann mit Sicherheit auch kein Designer.
Siehe auch: Gestaltung zählt.
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Bei Iconize Me kann man ein Foto von sich in eine Zeichnung umwandeln lassen. Gut, es ist ziemlich preisgünstig – zwischen $10 und $45 – aber ich finde, so sieht es auch aus.
Da lobe ich mir doch gute Illustratorinnen wie Jennifer Baule-Prinz, von der auch nebenstehende Zeichnung ist. Aber wenn Paul Sahner von Iconize Me innerhalb eines Jahres immerhin 750 seiner »Naja, geht so«-Illustrationen verkauft hat, sollten wir vielleicht auch in das Geschäft einsteigen ;)