Liebes Tagebuch (114)
Die Grenzen der Menschlichkeit im Winter
Ich finde es ganz okay, dass durch meine Straße in den letzten Tagen kein Schneepflug gefahren ist. Dann wäre ich aus meiner Parklücke nämlich gar nicht mehr heraus gekommen, hätte ich doch einen mindestens 60 cm hohen Schneewall überwinden bzw. wegschippen müssen (wie die armen Leute in den gepflügten Querstraßen). Was ich überhaupt nicht okay finde, sind Parkegoisten. Besonders im Winter. Da gab es gestern den Golffahrer, der vorwärts so dämlich einparkte (was wegen des hohen Schnees ungefähr 10 Minuten gedauert hat), dass er schließlich trotz aller Bemühungen mit dem Heck noch mitten auf der Straße stand. Eine entgegenkommende BMW-Fahrerin, die darauf wartete, dass er seine Einparksituation zum Wohle aller noch irgendwie verbesserte, wartete vergeblich. Der Golf-Typ stieg aus seinem Auto, schloss seelenruhig ab, kümmerte sich um nichts und ging nach Hause. Dass die BMW-Fahrerin wegen des erzwungenen Ausweichens die freigefahrene Spur verlassen musste, im hohen Schnee stecken geblieben war und seit 10 Minuten weder vor noch zurück konnte, interessierte ihn nicht die Bohne – er vermied beim Weggehen auch sorgfältig jeglichen Blick in ihre Richtung.
Unfassbar. Wie unsozial, unempathisch und herzlos muss man sein, um sich so zu verhalten?
Keine Ahnung, aber als ich hinausging (ich hatte die ganze Geschichte vom Schreibtisch aus beobachtet) um der völlig aufgeschmissenen Frau Anschubhilfe zu geben, habe ich ihr hoffentlich auch ein wenig den Glauben an die Menschheit zurückgegeben.
Ähnliche Beiträge:
Windchill Endlich wieder Licht!
Kommentare:
Bei den Kommentaren handelt es sich um fremde Inhalte, die sich „esse est percipi“ nicht zueigen macht. Verantwortlich für den Inhalt eines Kommentars ist der jeweilige Verfasser.
Beim Parken hört die Empathie bei den meisten Menschen einfach ein Ende.
Ich bin Rollstuhlfahrer und deshalb auf entsprechende Parkplätze angewiesen. Von „Der reicht doch für zwei Autos“ bis „Ich bin in 10 Minuten weg“ musste ich mir schon alles anhören.
Mittlerweile lasse ich jede Diskussion sein und rufe direkt die Polizei. „Die machen den Weg frei“, auf Kosten des Falschparkers.
Ich beobachte sowas nicht nur beim Parken… Manche Menschen hier im Lande sind sehr unmenschlich und unfreundlich, wenn es drum geht, Rücksicht zu nehmen oder Hilfe zu leisten.
Jeden Tag mindestens eine gute Tat! Bitte weitersagen! Alte Pfadfinderregel!
Da fällt mir nur eins ein: http://xkcd.com/562/
Wohl dem, der einen Schneidbrenner dabei hat. :-)
bien fait, mon bonhomme! une bonne année 2010! :)
Kommentar schreiben:
FAQ (Häufig gestellte Fragen)
Kommentare:
- Michael Preidel zu Pasta dell’Orto
- Stefan zu Pasta dell’Orto
- Michael Preidel zu CookieCrumble Testflight jetzt auch für macOS
- Götz zu CookieCrumble Testflight jetzt auch für macOS
- Michael Preidel zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
- Henning zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
Schlagwörter
