Liebes Tagebuch (127)
Neulich vorm Pfandflaschenrückgabeautomaten im Supermarkt in der Schlange gestanden. Bei diesem Wetter muss man viel Wasser trinken, dementsprechend Leergut-gefüllt waren die Einkaufswagen aller Wartenden. Die Schlange wurde länger, und als ich bemerkte, dass sich direkt hinter mir ein junger Bursche mit nur drei Flaschen in der Hand angestellt hatte, ihm großzügig den Vortritt gelassen. 10 Minuten später vor der Kasse wieder in einer langen Schlange gestanden, 3-Flaschen-Mann zufälligerweise ebenfalls wieder direkt hinter mir, diesmal aber mit Frau und vollem Einkaufswagen. Da es aus irgendwelchen Gründen nicht so richtig vorwärts ging, rief die Kassiererin, man solle sich doch bitte auch schon mal an der unbesetzten Nachbarkasse anstellen. Also brav meinen Einkaufswagen in Richtung freie Kasse geschoben. Was aber macht 3-Flaschen-Mann? Benutzt seinen eigenen Einkaufswagen als Rammbock, fährt mir erst in die Hacken, nutzt den momentanen Vorteil, um mich zu überholen und steht, eben noch hinter mir, jetzt an der Kassen-Pole-Position.
Für solche Leute sollte man asoziale Netzwerke erfinden. Ach halt, gibt’s ja schon – Facebook.
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Kommentare:
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Da fragt man sich, warum es in Deutschland nicht ein ähnliches Prinzip wie z.B. in England gibt: Ein Schlange, die sich je nach freien Kassierer auf die jeweilige Kasse aufteilt. Keine Kassenschlachten mehr, weniger Frust.
Ich bleibe inzwischen einfach stehen, wenn eine neue Kasse eröffnet wird und schaue dem Spektakel lieber zu.
Mache ich normalerweise ebenso, weil ich nur allzu gut weiß, dass die Menschen bei neuen Kassen zu wilden Tieren werden können. War wahrscheinlich ein kurzzeitiger Anflug von Abenteuerlust ;-)
Ein ähnliches Selbstsucht-Phänomen gibt’s übrigens auch bei den Tiefgaragen-Aufzügen eines anderen Supermarkts hier in Potsdam: Öffnen sich nach der Fahrt die Türen (egal, ob oben oder unten), hat man kaum eine Chance, herauszukommen, weil von außen die Leute unerbittlich hineindrängen und erst auf harsche Worte hin gewillt sind, etwas Platz zu machen.
Ein bisschen mehr Gelassenheit würde einigen in der Tat gut zu Gesicht stehen …
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