Küche | Donnerstag, 21. August 2008
Falls man in diesem Zusammenhang überhaupt von Geschmack reden kann: Tiefkühlpizzas schmecken mir nicht. Bringdienstpizzas auch nicht. Ich bereite eine Pizza lieber selbst zu. Wer das noch nie gemacht hat, traut sich meist nur nicht an den Hefeteig, habe ich festgestellt – dabei ist das wirklich einfach. Der Nachteil: Hinterher mögen selbst hartgesottene Tiefkühl-Afficionados keine Fertigpizza mehr.
Zutaten für 2 Personen
250 g Mehl
1/2 Würfel frische Hefe
(oder 1/2 TL Trockenhefe)
1 knapper TL Salz
50 ml Wasser
2 EL Olivenöl
Oregano, Rosmarin
2 Mozzarelle
Tomaten
4 Scheiben Parmaschinken
Einige Basilikumblätter
Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zubereitung
Mehl, Hefe und Salz in einer Schüssel vermischen. Wasser und Olivenöl dazugeben und mit Knethaken oder Händen einige Minuten kneten. Ist der Teig zu trocken, geben sie noch ein wenig Wasser hinzu, klebt er zu stark, ein wenig Mehl. Eine Kugel formen und eine gute Stunde zugedeckt aufgehen lassen.
Danach den Teig in zwei Hälften teilen, nochmals kurz durchkneten und eine weitere Viertelstunde zugedeckt ruhen lassen.
Beide Teigkugeln rund ausrollen (gegebenfalls mit Mehl bestäuben, falls der Teig kleben sollte) und – das ist der entscheidende Trick – den Pizzateig in einer mittelheißen Pfanne in Olivenöl auf einer Seite ca. 3-4 Minuten sachte anbraten.
Anschließend mit der ungebratenen Seite auf ein leicht gemehltes Ofenblech legen, erst mit der in Scheiben geschnittenen (oder per Hand zerrupften) Mozzarella belegen, nach Gusto mit (möglichst frischem) Oregano und/oder Rosmarin bestreuen. Darauf kommen erst die geschnittenen Tomaten und zum Schluss der Parmaschinken. Leicht salzen und pfeffern und Im Ofen in knapp 15 Minuten im auf 200 °C vorgeheizten Ofen fertig backen. Die Basilikumblätter auf den Pizzen verteilen, einen kleinen Schuss gutes Olivenöl darüber geben und servieren.
Tipps
Im Gegensatz zu den Rezepten, die man so kennt, verzichte ich auf die Tomatensauce, die auf den Teig gestrichen wird, außerdem lege ich nicht die Tomaten zuunterst, sondern die Mozzarelle. Dadurch bleibt der Teig nämlich trocken und wird im Ofen viel knuspriger.
Geübten Pizzabestellern muss ich sicher nichts erzählen – auf eine Pizza kann man fast alles legen, was die Küche hergibt: Spinat, Rucola, Zucchini, Fenchel, Paprika, Tintenfisch, Muscheln, Thunfisch, Sardellen, Kapern, Knoblauch …
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Küche | Donnerstag, 7. August 2008
Seitdem ich vor Jahren mal eine nette Dänin kennengelernt habe, mag ich das Wort Fisk. „Ofenfisk“ ist mein Rezept für Fisch, der auf verschiedenen, mit Weißwein angegossenen Gemüsen auf einem Backblech gegart wird.

Zutaten für 4 Personen
4 große Möhren
150 g Bauchspeck
2 Zwiebeln
2 mittelgroße Zucchini
ca. 12 Kirschtomaten
1 Glas Weißwein
1 kg tiefgefrorene Fischfilets
Kräuter der Provence
Salz, Pfeffer, Olivenöl
Zubereitung
Geputzte Möhren der länge nach halbieren und in schräge Scheiben schneiden. Zwieben ebenfalls halbieren und in schmale Streifen schneiden. Den Speck in 1 cm große Stücke würfeln.
Alles auf einem mit Olivenöl eingeriebenem Backblech verteilen, salzen, pfeffern und bei 180 °C für ca. 7 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben.
In der Zwischenzeit die Zucchini der Länge nach vierteln, das weiche Kerngehäuse entfernen und schräg in knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die Tomaten halbieren.
Das Backblech aus dem Ofen holen, den Weißwein angießen, die restlichen Gemüse darauf verteilen, mit Kräutern der Provence bestreuen und mit den gefrorenen Fischfilets belegen. Noch etwas salzen und für weitere 15-20 Minuten in den Ofen schieben.
Mit frischem Ciabatta oder Baguette servieren, dazu einen gut gekühlten Riesling.
Tipp
Bei der Wahl der Gemüse sind Sie völlig frei, nehmen können Sie alles, was die Jahreszeit hergibt: z. B. grüne Bohnen (vorher blanchieren), Kaiserschoten, Fenchel, Staudensellerie, Kohlrabi, Spargel …
Foto: cc DragonGirl
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Küche | Mittwoch, 16. Juli 2008
Während des Studiums schleppte mich meine hispanophile Freundin ständig in irgendwelche spanischen Kneipen und Restaurants. Aus dieser Zeit stammt meine bis heute ungebrochene kulinarische Liebe zur Chorizo, die es damals für den eigenen Kochtopf nur in einem einzigen Geschäft Kassels zu kaufen gab und die deshalb sauteuer war.
Vor ein paar Jahren ist die Chorizo dann ziemlich in Mode gekommen; der angenehme Nebeneffekt war und ist die allgemeine Verfügbarkeit zu moderaten Preisen.
Nach dem Rosenkohlrezept mit Chorizo kommt hier nun eine Art Kartoffelsalat, den man am besten lauwarm serviert:
Zutaten für 4 Personen
750 g kleine Kartoffeln (Drillinge)
200 g Chorizo
1 Schalotte
15-20 frische Salbeiblätter
8 Kirschtomaten
1 Bund Schnittlauch
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zubereitung
Die Kartoffeln schrubben und mit Schale kochen. Chorizo – haben sie frische bzw. vakuumierte bekommen, können Sie sich diesen Schritt sparen – von der Haut befreien, der Länge nach halbieren und in 4-5 mm dicke Scheiben schneiden. In einer Pfanne bei milder Hitze ohne zusätzliches Fett braten. Die Stücke sollten zum Schluss den größten Teil des Fetts abgegeben haben und knusprig, keinesfalls aber zu dunkel sein.
In der Zwischenzeit die Tomaten vierteln und den Schnittlauch in kurze Röllchen schneiden.
Die Chorizo aus dem Fett fischen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Die in dünne Streifen geschnittene Schalotte mit den ebenfalls in Streifen geschnittenen Salbeiblättern im Chorizofett knusprig ausbraten.
Wenn sie nach knapp 20 Minuten gar sind, die Kartoffeln abgießen und zwei bis drei Mal mit kaltem Wasser aufgießen, damit sie etwas abkühlen. Quer zur Länge halbieren und in eine Schüssel geben.
Die Chorizo, die Tomaten, die Schalotten-Salbei-Mischung (je nach Gusto mit ein wenig Chorizofett) und den Schnittlauch dazu geben, mit einem Schuss Olivenöl, Salz und Pfeffer würzen, vorsichtig vermischen und gleich servieren.
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Küche | Mittwoch, 25. Juni 2008
Ein Soffritto ist kein Gericht, sondern die Basis vieler Pasta-Saucen und Schmorgerichte. Hauptbestandteile sind – zu etwa gleichen Teilen – Staudensellerie, Karotten und Zwiebeln. Als Ergänzung kann man, je nach Gusto, z. B. glatte Petersilie, Pancetta, Sardellenfilets, Kapern usw. hinzugeben. Das Geheimnis eines guten Soffrittos liegt unter anderem in der Temperatur beim Dünsten: Ist sie zu niedrig, entwickeln sich keine Aromen, ist sie zu hoch, wird das Gemüse zu dunkel.
Im Unterschied zum französischen Pendant Mirepoix, bei dem die Zutaten in relativ grobe Stücke zerteilt werden, wird beim Soffritto alles sehr fein geschnitten.
Zutaten Grundrezept Soffritto
- 2 Karotten
- 2 Stangen Sellerie mit Grün
- 2 mittelgroße Zwiebeln
- 1 Knoblauchzehe
- 4 EL Olivenöl
Zubereitung
Alles in feine Würfel schneiden. Die Karotten dazu erst in 3 mm dicke Scheiben, diese dann längs in 3 mm breite Streifen und diese wiederum in 3 mm große Würfel schneiden. Beim Sellerie und bei der Zwiebel ähnlich verfahren.
In einem geeigneten Topf (gut geeignet sind wegen der Wärmeverteilung schwere, gusseiserne oder auch z. B. eine Kasserolle aus Kupfer) das Olivenöl sachte erhitzen.
Sämtliche Zutaten hineingeben und bei mittlerer Hitze dünsten. Zwischendurch immer wieder umrühren. Nach 10-12 Minuten ist das Soffritto fertig – das Gemüse ist leicht karamellisiert und hat etwas Farbe angenommen. Und die Küche durchzieht ein himmlischer Duft nach köstlichen Aromen.

Variationen
- Bereiten Sie den Soffritto zusätzlich mit kleingeschnittener Pancetta bzw. Bauchspeck zu.
- Löschen Sie den Soffritto mit einem Glas Weißwein ab und lassen Sie ihn fast vollständig einköcheln
- Lassen Sie einen Rosmarinzweig und/oder einen Thymianzweig mitdünsten
- Nehmen Sie Butter statt Olivenöl
Und was nun?
Nun können Sie den Soffritto z. B. zu einem Sugo di Pomodoro weiterverarbeiten, den Sie so lecker in bestimmt nicht vielen italienischen Restaurants in Deutschland bekommen – hier das Rezept:
Sugo di Pomodoro, Zutaten für 4 Personen
- 1/2 Grundrezept Soffritto
- 1 TL Tomatenmark
- 1 TL Zucker
- 1 EL gehackte glatte Petersilie
- 500 g frische Tomaten (oder 1 kleine Dose geschälte)
- Salz, Pfeffer
Zubereitung
Schwitzen Sie das Tomatenmark und den Zucker im Soffritto für 2-3 Minuten leicht an. Die frischen Tomaten am Äquator halbieren und mit einer groben Küchenreibe in eine Schüssel raspeln. Die übrig gebliebene Schale werfen Sie weg. Anschließend geben Sie die Tomaten und die Petersilie in den Soffritto, würzen alles mit Salz und Pfeffer, und lassen das ganze ca. 1,5-2 Stunden auf kleinster Flamme köcheln; zwischendurch umrühren, damit nichts anbrennt.
Dazu passen Spaghetti, die Sie in genügend gesalzenem Wasser bissfest kochen und anschließend mit dem Sugo vermengen. Mit einem Schuss Olivenöl und frischem Parmesan servieren.
La dolce vita!
Küche | Donnerstag, 15. Mai 2008
Ich werde es wahrscheinlich nie mehr lernen: Wenn sich viele Gäste ankündigen, denke ich jedes Mal, ach, da mache ich schnell ein paar Tapas, das ist lecker, nicht so aufwändig und ich bin flugs fertig. Fertig bin ich danach in der Tat, aber nicht flugs, sondern fix und.
Die Zubereitung von sechs, sieben verschiedenen Tapas erfordert letztlich dann nämlich doch immer viel mehr Aufwand als die eines normalen Menüs. Trotzdem liebe ich Tapas, und ich bin jederzeit dankbar für neue Rezepte.
Bei der Huettenhilfe, dem Rezepteblog, das schon lange vor den Kochbuchfotos freie Foodbilder angeboten hat, gibt es jetzt ein Tapas-Kochbuch mit 20 leckeren Rezepten zum Selbstausdrucken. Muss man aber nicht unbedingt (das Selbstausdrucken), die Rezepte kann man sich alle auch direkt auf der Website anschauen.
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Küche | Donnerstag, 8. Mai 2008
Okay, ich habe vor vier Jahren zwar erklärt, dass ich bei Spargel nicht experimentierfreudig sei, aber ich habe auch mal gehört, dass ein Mann das Recht hat, seine Meinung zu ändern.
Natürlich ist gegen gekochten Spargel mit handgeschlagener Sauce Hollandaise bzw. Mayonnaise, luftgetrocknetem Schinken und leicht karamellisierten Kartoffeln nichts, aber auch gar nichts einzuwenden. Da meine neue Zubereitungsart aber derzeit sämtliche anderen (nicht nur Spargel-)Rezepte um Längen schlägt, wird während dieser Saison der Spargel bis auf weiteres nach folgender Art aufgetischt:
Zutaten für 2 Personen
500 g Spargel
1 großes Bund Frühlingszwiebeln
Olivenöl
1 Prise Zucker
1 Schuss Weißwein
1 TL Butter
Salz, Pfeffer
Frisch geriebener Parmesan
Zubereitung
Den Spargel wie gewohnt schälen, anschließend dritteln (ergibt ca. 7 cm lange Stücke). Ist der Spargel sehr dick, halbieren Sie die Stücke (außer den Köpfen) noch der Länge nach.
In 3-4 EL Olivenöl mit einer Prise Zucker sachte anbraten, immer wieder wenden. Nach ca. 10 bis 12 Minuten die in gleiche Länge geschnittenen Frühlingszwiebeln mit Grün dazugeben, für weitere 5 bis 7 Minuten garen lassen.

Anschließend einen Schuss Weißwein und einen guten TL Butter dazugeben, salzen und leicht pfeffern.
Nach weiteren 5 Minuten auf zwei Tellern anrichten und mit frisch gehobeltem Parmesan und frischem Weißbrot servieren.
Oh, du schöne Spargelzeit!
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