Ich bin ein Sommermensch. Ich fahre gerne Fahrrad, liege lesend an irgendwelchen Seen, mag es, wenn es heiß ist und liebe laue Sommernächte. Die schlimmsten Monate sind für mich Januar und Februar – Kälte und Dunkelheit und Matsch überall.
Gut, ein sonniger, klirrender Wintertag bei viel Schnee hat auch seinen Reiz, aber solche Tage gibt es ja leider ausgesprochen selten. Was ich aber am Winter wirklich uneingeschränkt gut finde, ist die Kohlvielfalt: Wirsing-, Spitz-, Rot-, Grün- (bei uns, meine Mutter kommt aus Hannover, hieß der früher Braunkohl) und Rosenkohl gibt es jetzt in Hülle und Fülle. Das folgende Rezept habe ich vor ein paar Tagen erfunden und finde es, ähem, selbst ziemlich köstlich.
Zutaten für 4 Personen
1,3 kg Rosenkohl (entspricht geputzt ca. 1 kg)
1 Chorizo, in dünne Scheiben geschnitten (spanische Paprikawurst, gibt es mittlerweile auch in vielen Supermärkten)
2 fein gehackte Knoblauchzehen
2 Mozzarellakugeln
Olivenöl, Salz, Pfeffer
Zubereitung
Den geputzten Rosenkohl in kochendem Salzwasser in ca. 10-15 Minuten (richtet sich nach der Größe der Röschen) nicht zu weich kochen. In der Zwischenzeit eine Auflaufform mit Öl ausstreichen. Den Rosenkohl abgießen, mit dem Knoblauch und der Chorizo vermengen, salzen, pfeffern und in die Auflaufform füllen. Mit dem in dünne Scheiben geschnittenen oder mit den Fingern zerpflückten Mozzarella belegen und für ca. 7-12 Minuten (je nach Ofen, der Mozzarella sollte eine hellbraune Kruste gebildet haben) im auf 200°C vorgeheizten Backofen unter dem Grill gratinieren.
Als Vorspeise bzw. Zwischengang mit Schwarzbrot oder als Beilage zum Hauptgericht servieren. Ich liebe den Winter!
Kaiserschoten mit Garnelen
Und hier noch, weil Kraxler in den Kommentaren zur Weihnachtsvöllerei darum gebeten hatte, das Rezept für die Kaiserschoten mit Garnelen an einer Walnuss-Vinaigrette (Vorspeise für 4 Personen):
500 g Kaiserschoten in kochendes Salzwasser werfen und vier Minuten blanchieren, dann eiskalt abbrausen, damit sie nicht weitergaren. Zu den ca. 250g küchenfertigen Garnelen in eine Schüssel geben. 1-2 sehr fein gehackte Schalotten (wenn Sie keine Schalotten haben, nehmen Sie bitte nicht ersatzweise Zwiebeln, lassen Sie sie dann lieber komplett weg) dazugeben und unterheben. Auf vier Tellern verteilen. Aus einem TL Dijonsenf, Salz, Pfeffer, Sherryessig und Walnussöl (im Verhältnis 1:4) eine Vinaigrette aufschlagen (oder, z.B. in einem Marmeladenglas, aufschütteln), über die Kaiserschoten/Garnelen geben und mit Baguette servieren.
Eines Tages saßen zwei griechische Götter (wahrscheinlich war Bacchus dabei) zusammen beim Wein. Der eine schwenkte sein Glas, hob es vor die Sonne, betrachtete den funkelnden Wein und die Kirchenfenster, die er im Glas hinterließ, steckte seine Nase ins Glas, atmete den köstlichen Duft von roten Beeren, nahm schließlich einen Schluck und genoss wonnevoll den herrlichen Rotwein.
„Weißt du, was schade ist“, fragte er sein Gegenüber. „Man kann die Anmut des Weines sehen, seine Lieblichkeit riechen und seine Würze schmecken. Aber warum kann man seinen Klang nicht hören?“
Seit diesem Tag stößt man beim Trinken sanft mit den Weingläsern an, damit auch das Ohr etwas von der Schönheit des Weines erfährt.
Ich glaube, es war Telly Savalas, der diese Geschichte so ähnlich mal in irgendeinem Film erzählte. Da kriegt man übrigens jede Frau mit …
Es wird ein Werbespot gedreht. Ein älterer Mann, unverkennbar Italo-Amerikaner, sitzt an einem mit einer rotkarierten Tischdecke gedeckten Tisch vor einem Teller Spaghetti mit spicy Meatballs (würzigen Fleischbällchen). Neben ihm steht seine Frau. Der Satz des Mannes, den er nach einem Bissen von den Fleischbällchen in die Kamera sagen soll, lautet: „Mamma mia, that’s a spicy meatball“.
Leider geht immer etwas schief, er verspricht sich, die Meatballs sind zu heiß, er vergisst den italienischen Akzent usw. Nach Take 59 kann er nicht mehr und bekommt deshalb ein Glas Wasser mit einer aufgelösten Alka Seltzer-Tablette (Stimme aus dem Off: Sometimes you eat more than you should …). Anschließend sagt er seinen Satz endlich fehlerfrei in die Kamera – leider fällt aber just in diesem Moment in der Studiodeko hinter ihm der Herd auseinander. Worauf der Regisseur entnervt sagt: „Cut – okay, let’s break for lunch.“
Das ist ein wunderbarer Werbespot aus den 60ern, den ich in den 90ern mal in einer dieser Die besten Werbespots-Sendungen gesehen habe. Da ich damals kein italienisches Meatballs-Rezept fand, habe ich ein eigenes erfunden:
Zutaten für 4 Personen
Für die Spicy Meatballs
600 g Schweinehack
1 TL Fenchelsamen
1 TL getrockneter Oregano
3 zerdrückte getrocknete Chilischoten
2 sehr fein gehackte Zwiebeln
2 zerdrückte Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Olivenöl zum Braten
Für die Sauce
1 EL Zucker
1 gehackte Zwiebel
3 EL Aceto Balsamico
2 Dosen gehackte Tomaten (à 400 g)
1/2 Bund feingehackte glatte Petersilie
Zubereitung
Das Hackfleisch mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Fenchel, dem Oregano, den Chilies, den Zwiebeln und dem Knoblauch gut verkneten. Anschließend daraus walnußgroße Bällchen formen – das geht am besten mit leicht angefeuchteten Händen.
Eine Pfanne erhitzen, Olivenöl hineingeben, sehr heiß werden lassen und die Hälfte der Meatballs in die Pfanne geben und zunächst nicht umrühren. Die Hitze kann jetzt auf 2/3 heruntergeschaltet werden. Nachdem die Meatballs Farbe angenommen haben, mit einem Kochlöffel oder geschicktem Schwenken der Pfanne wenden, bis sie ringsherum leicht knusprig geworden sind. Aus der Pfanne nehmen und die Prozedur mit der zweiten Hälfte der Meatballs wiederholen.
Den Zucker und die gehackte Zwiebel einem weiten Topf (oder in einer Pfanne mit hohem Rand) bei ständigem Rühren angehen lassen, mit dem Balsamico ablöschen. Den Essig fast komplett verkochen lassen, bis er eine sirupartige Konsistenz hat, dann die Tomaten dazugeben. Verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die gesamten Meatballs dazugeben. Bei kleinster Hitze zugedeckt ca. 45 Minuten ziehen lassen.
In der Zwischenzeit die Nudeln (Spaghetti, Penne, was Sie wollen) kochen. Kurz vorm Servieren die Petersilie unter die Meatballs geben.
Oft genug (1 | 2 | 3) habe ich mich über den Wein muss atmen und braucht deshalb einen Naturkorkverschluss-Mythos aufgeregt, nicht zuletzt auch deshalb, weil mittlerweile 10% aller naturverkorkten Weine einen unerwünschten Korkgeschmack haben.
Nachdem ich vorhin zwei Flaschen Pinot Blanc gekauft habe, von der eine mal wieder verkorkst und damit ungenießbar war, habe ich jetzt schlechterdings die Schnauze voll: Ab heute wird nur noch Wein mit Schraubverschluss, Kron-, Glas- oder Plastikkorken gekauft (mittlerweile ist ein solcher Verschluss fast schon ein Gütesiegel).
Man stelle sich nur mal vor, jede zehnte Milch hätte einen prägnanten Tetrapak-Geschmack. Oder jeder zehnte Kaffee schmeckte verbrannt. Oder jeder zehnte Joghurt nach Aluminium …
Ich staune immer wieder über die Essensqualität in Restaurants. Nicht, dass ich etwa positiv überrascht wäre – im Gegenteil. Gestern z. B. habe ich mich gefragt, wie man aus eigentlich so guten Grundzutaten wie Linguini, Scampi und Tomaten eine solch penetrant nach irgendeiner billigen Streuwürze schmeckende Bedauerlichkeit machen kann, wie sie da, spärlich dazu, vor uns auf dem Teller lag. Und das zu einem Preis, für den ich locker acht Gäste bekoche. Leckerer bekoche.
Zum Beispiel hiermit. Dieses Rezept ist günstig und sehr einfach zuzubereiten und schmeckt – ich garantiere es – besser als 95% der gesamten Tagliatelle, die sie in Deutschland angeboten bekommen. Lachs und Lauch teilen nicht nur vier Buchstaben, sondern harmonieren auch geschmacklich hervorragend miteinander. Und sie brauchen keinerlei Geschmacksverstärker.
Zutaten für 4 Personen
500 g frische Tagliatelle (aus dem Kühlregal)
2 Stangen Lauch
2 große Tomaten
200 g Räucherlachsscheiben
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zubereitung
Wasser für die Tagliatelle aufstellen. Den Lauch putzen und den größten Teil vom Grün entfernen, sorgfältig waschen, anschließend in schräge, ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden und in wenig Olivenöl sachte weich dünsten.
Die Tomaten in 1 cm große Würfel, die Lachsscheiben in 2 cm große Stücke schneiden. Die Tagliatelle ins gesalzene kochende Wasser geben, aufkochen lassen und nach zwei Minuten das Wasser abgießen.
Den Lauch, die Tomaten, den Lachs und einen guten Schuss Olivenöl zu den Tagliatelle geben, salzen, pfeffern und alles gut vermengt servieren.
Hätten sich die unionsregierten Länder nämlich nicht so vehement gegen die Einführung des Verbraucherinformationsgesetzes gestemmt, wüssten die Menschen in Sachsen-Anhalt, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen und Baden-Württemberg jetzt, in welchen Produkten, die in ihren Kühlschränken liegen, die kriminell umdeklarierten, genussuntauglichen Schlachtabfälle verwendet wurden und könnten sie entsorgen – stattdessen werden sie von der bayerischen Landesregierung bewusst im Unklaren gelassen.
In die genannten Bundesländer wurden Lebensmittel geliefert, die illegal mit bis zu 2600 Tonnen für den menschlichen Verzehr nicht geeigneten Schlachtabfällen versetzt waren. Die bayerische Landesregierung hält es darüber hinaus nicht für nötig, die am Skandal beteiligten Firmen zu nennen, geschweige denn, der Deggendorfer Firma Frost GmbH, die tonnenweise stinkende Gefügelabfälle (Real Audio-Stream) weiter verkauft hat, die Zulassung zu entziehen: „Bei einer erneuten Kontrolle seien keine Mängel festgestellt worden, so das Landratsamt Deggendorf.“ Na dann …
Selbst Schuld?
Es ist schier unglaublich (ich bin ehrlich gesagt fassungslos), wie hier neuerlich wirtschaftliche Interessen einzelner skrupelloser Betriebe vor die Gesundheit der Verbraucher gestellt werden. Und wenn ich dazu noch den bayerischen Landesinnungsmeister des Fleischhandwerks, Georg Kleeblatt, höre, der tatsächlich meint, Schnäppchenjäger müssten sich nicht wundern, breche ich komplett zusammen.
Man mag von der Geiz ist geil-Mentalität halten, was man will – den Verbrauchern allerdings vorzuhalten, sie seien selbst Schuld an diesem Fleischskandal, grenzt an Verhöhnung. Meinem unmaßgeblichen gesunden Menschenverstand nach muss es nämlich auch einem Hartz IV Empfänger möglich sein, einwandfreie und unbedenkliche Lebensmittel einzukaufen.