Leben | Donnerstag, 2. Oktober 2003
Zitat des Tages:
dokusoaps schaffen es immer wieder, mich zu schocken. zum beispiel, wenn mutti auf dem sportplatz ihre beiden gören verliert und sie lauthals “sturmhart” und “hagen-amadeus” ruft. vielleicht hätte sie mit der namensgebung warten sollen, bis die anästhesie des kaiserschnitts nachlässt.
Gefunden auf Waking-Vision.
Im Gegensatz zu den Websites meiner Kunden habe ich bei dieser Site nicht eine Sekunde für Suchmaschinenoptimierung verschwendet. Aber im Gegensatz zu den Websites meiner Kunden stehe ich merkwürdigerweise regelmäßig mit diversen Begriffen bei Google Suchergebnissen ganz vorn.
Freier Art-Direktor ist ja nun kein sehr ausgefallener Terminus, und so häufig wird er ja hier auch nicht verwandt, trotzdem: Platz 1 bei Google – und das sogar in allen Schreibweisen: ohne Bindestrich bzw. zusammen geschrieben. Sucht man nur nach Art-Direktor (bzw. nach Art Direktor oder Artdirektor) bin ich immerhin noch auf Platz 2.
»Esse est percipi« (Sein heißt wahrgenommen werden) heißt dieses Weblog, darüber hinaus taucht dieser Satz hier weder in irgendwelchen Metatags noch sonstwo auf – trotzdem Platz 1 bei Google.
Und Google ist fix – sehr fix. Vorgestern erst schrieb ich einen Eintrag über Spam Vermeidungsstrategien, heute belege ich damit schon Platz 2.
Spätestens nachdem ich O’Reillys Google Hacks gelesen hatte, dachte ich eigentlich, ich wüsste so einigermaßen, wie Google funktioniert – dummerweise bekomme ich solche guten Platzierungen in den Suchergebnissen für meine Kunden selten hin.
Update: Gerade habe ich nochmal in meinen Referrern geschaut, über welche Google Sucheinträge die Leute noch so bei mir landen: Im Spam Vermeidungs Beitrag von vorgestern erwähnte ich auch VP/RX Pills – damit bin ich heute bereits auf Platz 1 der deutschsprachigen Seiten!
Noch ein Update, 3.10.03
Es wird allmählich unheimlich: Sucht man bei Google nach »esse«, lande ich ebenfalls auf Platz 1 – bei immerhin 8.200.000 Treffern. Ich schwöre, ich habe nichts gemacht…
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Die Internet World stellt bis zum 25.10.03 kostenlos eine Sammlung verschiedener PDFs zum Thema Usability zum Download ins Netz.
Der IW-Usability-Guide: 39 Seiten geballtes Usability-Know-how bis 25. Oktober gratis herunterladen
Wer da nicht zuschlägt…
via netmaier
Wenn man sich die Argumente der Jury bei der Preisverleihung Deutschlands Bester Praxis-Website anschaut, kommt man ins Grübeln. Da wird von übersichtlicher Gliederung gesprochen, von der Möglichkeit, alle Artikel in Druckansicht lesen (sic!) zu können und davon, dass es besonders technische Fertigkeiten wie der Einbau von Videos war, der die Jury begeisterte.
Mal abgesehen von den technischen Fähigkeiten (die keine sind), waren eigentlich auch Usability oder Accessibility bzw. Barrierefreiheit preiswürdige Kriterien? Offensichtlich nicht, denn unter den Gewinnerseiten wimmelt es von Framesets, mangelnden alt Tags bei Bildern, absoluten Pixelangaben bei Schriftgrößen (die deshalb im Windows Internet Explorer vom User nicht verändert werden können) usw. usf.
Ein gutes Beispiel für überhaupt-nicht-nachgedacht ist z.B. das Kontaktformular auf der Siegerseite:

Das Eingabefeld für die Nachricht ist immerhin ca. dreimal so breit wie das Postleitzahlenfeld. Wollen die Betreiber unterschwellig den Slogan »Fasse dich kurz – sehr kurz!« kommunizieren? Wollen sie überhaupt Nachrichten erhalten?
Ehrlich gesagt bin ich entsetzt über das ausgesprochen schwache gestalterische und technische Niveau, mit denen sich Arztpraxen im Internet präsentieren und darüber, dass solche Seiten nicht nur mit einem Gütesiegel, sondern auch noch mit Geldpreisen ausgezeichnet werden.
Wenn man sich allerdings die Website von Novartis, dem Mitveranstalter des Wettbewerbs »Deutschlands Beste Praxis-Website« ansieht, wundert einen nichts mehr.

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Tjaja, so ist das mit der Validierung. Ich habe gerade mit dem Validator des W3C ein paar Seiten gecheckt, an denen ich gerade arbeite. Irgendwann habe ich dann auch mal eine W3C Seite validieren lassen, indem ich auf das XHTML 1.0 Logo geklickt habe – und siehe da:
This page is not Valid XHTML 1.0 Strict!
Da bin ich ja beruhigt, dass das nicht nur mir passiert.
Auf MacBidouille habe ich einen Link zu einem Artikel in der New York Times gefunden: Confessions of a Spam King.
[...]
For instance, how does a spammer find clients willing to hire him?
He spams.
[...]
»I might get 100 responses from 100,000 e-mails,« Colbert says. He would write back personally to those, asking for the text of the ad they wanted to spam out and relaying his pricing structure: \$300 to send out 100,000 messages or \$900 for a million. From the 100 people who would agree to hear his personal pitch, he would usually land between two and five contracts. Although this might seem like a pitiful response rate—one-five-hundredth of one percent is ruinous in any other market—this one search for spam clients could yield Colbert as much as \$14,000.
Colbert describes how he would set his computers for »send« with millions of e-mail messages queued up, then go to sleep and let the machinery make the money for him. »I used to have nine computers bound over five DSL lines on a 10 meg pipe feeding 500K per second per computer,« Colbert says. »That’s a million e-mails an hour per computer, nine million an hour on a good day.’«
Man muss sich zwar – kostenlos – bei der NY Times registrieren, aber der Artikel ist absolut lesenswert.
Ich selbst habe zwar seit 1995 einen Internetzugang und schreibe bzw. empfange seitdem auch E-Mail, aber mein Spamaufkommen ist sehr gering – ich erhalte auf alle meine Accounts zusammen nur ca. vier bis acht Mails à la »Introducing VP/RX Pills« oder »Free Teen Videos« pro Woche.
Strategien zur Spamvermeidung
Als erstes sollten alle E-Mail Adressen auf einer Website verschlüsselt sein – entweder mit Javascript, oder, noch einfacher, URL enkodiert. Wer z.B. im Quelltext dieser Seite nach info@qxm.de sucht, wird sich wundern – er findet nichts. Was er findet, ist info@q xm.de, aber das finden wiederum die Spider und Crawler der Spammer nicht.
Another good tool is called a spider, a software program that can crawl through Web pages, looking for that telltale symbol: @. Then it simply records everything to the left and right of it, and bingo, it has a good e-mail address.
Man kann das natürlich mithilfe von Tabellen per Hand machen, für Mac OS gibt es aber auch ein Freeware Tool, dass Adressen automatisch konvertiert: SpamStopper
Als zweites darf man Spam Mail natürlich nie, ich wiederhole: niemals beantworten, z.B. um sich aus einem Verteiler auszutragen. Besser kann man dem Spammer nicht mitteilen, dass es sich um eine gültige Adresse handelt.
When an »out of the office« auto-reply comes back on one e-mail message, Colbert says: »Oh, we love those. They confirm that the address is active.«
Drittens sollte man, wenn man sich bei einem freien E-Mail Dienst wie z.B. GMX oder Web.de einen Account einrichtet, möglichst einen schwer zu erratenden Namen aussuchen. Bei so etwas wie angelika17@gmx.de wird mit Sicherheit irgendwann Spam eintrudeln.
A »dictionary attack,« Colbert instructs, is when you blast reams of computer-generated potential e-mail names (Arnie1@hotmail.com, Arnie2@hotmail.com, Arnie3@hotmail.com . . .) and see which ones take.
Und viertens, und das ist natürlich die wichtigste Regel überhaupt, sollte man seine »guten« E-Mail Adressen nicht einfach so herausrücken. Um obigen Artikel lesen zu können, musste auch ich mich erst bei der NY Times registrieren und dabei eine E-Mail Adresse angeben. Obwohl ich der NY Times überhaupt nicht unterstellen will, diese Adresse für Spam zu missbrauchen, hüte ich mich in solchen Fällen davor, eine wertvolle, sprich: bisher spamfreie Adresse herauszurücken.
Stattdessen logge ich mich beim kostenlosen Forwarding Dienst Sneakemail ein, generiere unter dem Label »NYTimes« eine neue Forwarding Adresse (mittlerweile habe ich über 100 davon), die ungefähr so aussieht: lkj57hg3@sneakemail.com – und die ich im Registrierungsformular eintrage. Wenn mir die NY Times nun eine Mail schickt, wird sie von Sneakemail mit dem Label NYTimes versehen und an einen, von mir bei Sneakemail angegebenen, realen Account weitergeleitet. Möchte ich keine Mail mehr erhalten, stelle ich die die entsprechende Forwarding Adresse bei Sneakemail auf Trash oder Bounce oder lösche sie einfach.
Neben der Möglichkeit, eine unbegrenzte Anzahl von Filtern einzustellen, hat Sneakemail unter anderem auch den Vorteil, dass man genau erkennen kann, wer Adressen weitergibt bzw. wer mit wem zusammenarbeitet. Denn wenn ich auf einmal eine mit NYTimes gelabelte Spam Mail von einem Viagra Anbieter erhalten würde, könnte ich ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Adresse weitergegeben wurde.
Wer noch weitere Anti Spam Tricks hat, kann sie gerne in den Kommentaren hinterlassen.
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