Die Ein-Mann-Firma Eolas hat Microsoft wegen Patentverletzungen, die Plug-in Technologie des Internet Explorers betreffend, verklagt und 521 Millionen USD Schadensersatz zugesprochen bekommen. (Die Geschichte entbehrt übrigens nicht einer gewissen Ironie, denn Microsoft, selbst Inhaber eines veritablen Patentpakets, ist vehemente Befürworterin von Software-Patenten.) Daraufhin gab Microsoft bekannt, den Internet Explorer spätestens Anfang 2004 verändert auszuliefern – ab dann muss sich der User vor Aufruf eines Plug-ins wie z.B. QuickTime, PDF, Mediaplayer etc. durch eine Serie von Dialogboxen klicken.
Apple stellt für Web-Entwickler ein FAQ Dokument und eine Anleitung, wie man dann Websites mithilfe von Javascript Internet Explorer kompatibel macht, zur Verfügung.
Aber wer, außer natürlich Mike Doyle, der Inhaber und einzige Angestellte von Eolas, der plötzlich Multimillionär geworden ist, hat da nun eigentlich etwas von? Niemand. Software- und Logik-Patente waren, sind und bleiben Schwachsinn und behindern jeglichen Fortschritt. Janet Daly vom W3C:
We have experience and proof that the specter of a fee stops standards development cold. It doesn’t even have to be a firm guarantee. All you need is a little bit of fear, uncertainty and doubt that a developer is going to be slapped with a licensing fee, and the developer will leave that technology alone.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Bücher | Donnerstag, 9. Oktober 2003
Das unten abgebildete Symbol findet man auf der sogenannten Befehls-Taste einer Apple Tastatur. Wie das Zeichen aber eigentlich heißt, weiß man nicht – manche sprechen deswegen auch von der Blumenkohl-Taste, manche von der Propeller-Taste. Alles falsch:
Aus dem »Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung« von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller
Tornado, der Ewige [Forts.]: Der Perpetuum-mobile-Tornado ist ein Wetterphänomen, das sich aufgrund superstabiler atmosphärischer und temperationeller Bedingungen immer wieder erneuern und damit in die sogenannte Doppelte Abdulsche Tornadobrezel [nach Prof. Dr. Abdul Nachtigaller, dem berühmten Hobby-Tornadologen] eintreten kann. Dadurch bewegt sich der Tornado immer in der gleichen Bahn, einer Schleife in Form einer doppelten Brezel von einem Durchmesser von etwa zweitausend Kilometern.
Damit ist das Rätsel um den richtigen Namen der Blumenkohl-Taste endlich gelöst, sie heißt: Doppelte Abdulsche Tornadobrezel-Taste.
Walter Moers’ Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär, aus dem obige Illustration und das Zitat stammen, ist ein köstliches Buch. Ich bin es eigentlich gewohnt, dass man sich bei 700 Seiten starken Büchern erst mal durch die ersten 100-200 Seiten quälen muss, bevor es losgeht. Hier nicht. Gleich von der ersten Seite an ist man genervt, wenn das Telefon klingelt oder das Teewasser kocht – man mag das Buch nicht mehr weglegen.
Für fünf hat es nicht ganz gereicht – und halbe habe ich nicht – deswegen gibt’s von mir gute vier Kochmützen.
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Wer noch einen guten Zahnarzt in Hamburg sucht, kann sich seit heute auf der Website der Zahnarztpraxis ident56 im Eppendorfer Weg informieren. Meine Zähne sind in Ordnung, deswegen kann ich persönlich über den Zahnarzt nicht viel sagen (man hört nur gutes), aber die Prophylaxe Behandlung war die beste, die ich je bekommen habe.
Die Website habe ich tabellenfrei mit XHTML Markup und CSS Layout gestaltet. Zwischendurch gab es zwar einige CSS Schwierigkeiten mit den Windows Versionen 5.x des Internet Explorers, aber die sind mittlerweile alle behoben. Damit ist heute meine erste standardkonforme XHTML/CSS Website online gegangen.
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Küche | Sonntag, 5. Oktober 2003
Vor zwei Jahren habe ich mit einer Freundin mal Wirsing-Burritos erfunden.
Da wir für die Burritos nur die äußeren Blätter des Wirsing Kopfes verbraucht hatten, hat besagte Freundin am nächsten Tag den Rest des Wirsings zubereitet und ihn, weil ihr Mann keinen Kohl ausstehen kann, mir gegeben.
Ein Schlüsselerlebnis. Sie hat nämlich bei der Zubereitung ein wenig experimentiert und Curry Paste hinzugegeben. Selten habe ich erlebt, dass sich zwei Dinge so gut ergänzen wie Wirsing und Curry. Seitdem mag ich Wirsing nur noch mit Curry.
Gerade steht zum ersten mal in diesem Herbst ein großer Topf davon auf dem Herd. Ich kann jedem, der Wirsing mag, nur ans Herz legen, ihn mal mit Curry zu verfeinern. Man kann zwar auch Curry Pulver nehmen, besser eignet sich aber Curry Paste – die beste gibt’s in Berlin u.a. im Asia Supermarkt in der Rheinstraße: Rajah Mild Curry Paste für 1.99 €.
Kürzlich habe anlässlich eines Interviews der New York Times mit einem Spammer ein paar Tipps gegeben, wie man E-Mal Spam vermeiden bzw. verringern kann.
Einen ganz wichtigen Hinweis habe ich da vergessen: Meistens besteht Spam aus einer HTML Nachricht mit Bildern. Fast alle E-Mail Clients sind so eingestellt, dass sie Bilder in Nachrichten automatisch herunterladen. Nun sind ja Spammer nicht blöd – jedenfalls nicht technisch – und deshalb werden die Links zu den Bildern häufig personalisiert, und dann entweder mithilfe einer Datenbank wie z.B. bei
http://www.XYZ.com/db/db/bg8hzjqf067/XYZ.jpg
oder mit einem dynamischen URI wie z.B.
http://www.XYZ.com/?revid=13731&pic=XYZ.jpg
und den entsprechenden Logfiles ausgewertet.
Im ersten Fall wird bei Aufruf des Bildes durch mein E-Mail Programm direkt in die Datenbank des Spammers geschrieben, dass die Spam-Mail bg8hzjqf067 geöffnet wurde. Im zweiten Fall wird einfach per serverseitigem Script in einem Logfile vermerkt, dass die Mail 13731 geöffnet wurde.
Aber warum ist das schlecht? Weil ich damit natürlich bestätige, dass die E-Mail bei mir angekommen ist. Obige ID Nummern sind mit meiner E-Mail Adresse verknüpft, und so weiß der Spammer, ohne dass ich das will und ohne dass ich überhaupt etwas gemacht habe, außer eben die Mail zu öffnen, dass er es mit einer gültigen Adresse zu tun hat. Folge: mehr und mehr Spam.
Deshalb ist es eine sehr gute Idee, den automatischen Download von HTML Bildern im E-Mail Programm abzustellen.
Bei Eudora: Einstellungen > Fonts & Display und dort das Häkchen bei Automatically download HTML Graphics entfernen.
Bei Apples Mail: Einstellungen > Darstellung und dort das Häkchen bei Bilder und Objekte in HTML Nachrichten einblenden entfernen.
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Musik | Samstag, 4. Oktober 2003
Ehrlich gesagt: so richtig mochte ich die Neville Brothers eigentlich nie. Und so richtig mag ich auch die neue CD von Aaron Neville – Nature Boy, The Standards Album – nicht.
Sicher, die 12 Jazz Standards sind nett ausgewählt und einwandfrei arrangiert, die (Gast-) Musiker gehören zur ersten Garde (Anthony Wilson, Ron Carter, Roy Hargrove etc.); gute Voraussetzungen also für ein perfektes Dinner-Album.
Wenn nur diese Stimme bzw. das manirierte Jodelvibrato, dass Neville da teilweise aus seinem Hals quält, nicht wäre. Wer die Neville Brothers mag, liebt das wahrscheinlich – mir aber verdirbt es manchmal ein wenig den Appetit.
Hätte, bei exakt gleichem Arrangement, Kurt Elling diese CD gesungen, hätte er mit Sicherheit seinen längst verdienten Grammy erhalten. Für Aaron Neville gibt’s leider nur drei Kochmützen.
