Hier lacht der freie Art-Direktor
Manchmal glaube ich, dass einige Autoren mit den Jahren immer schlechter werden; besser gesagt, dass Inhalt und vor allem Stil zunehmend unter dem selbst auferlegten Zwang leiden, mit jedem neuen Roman einzigartige Originalität beweisen zu müssen.
Ich verstehe die Motivation durchaus, aber ehrlich gesagt würde ich viel lieber ein zweites Rückgrat oder ein drittes Blau wie die Hölle statt eines einzigen Schwarze Tage, weiße Nächte lesen.
Vielleicht tue ich Philippe Djian ja Unrecht, möglicherweise lag es einfach nur am neuen Übersetzer, dass mich dieser Roman auf dem Hocker ließ. Auffallend ist nämlich, dass meine Djian Favoriten allesamt von Michael Mosblech übersetzt wurden. Bei ihm war noch jeder Satz stilistisch ein Genuss, während ich mich durch Schwarze Tage, weiße Nächte buchstäblich quälen musste.
Bleibt zu hoffen, dass sich entweder Djian beim nächsten Roman mal wieder an alte Qualitäten erinnert – oder sich Diogenes wie früher der Übersetzerdienste Michael Mosblechs bedient. Oder gleich beides.
Nachtrag: Wie ich gerade in einem Interview las, stehen die Chancen schlecht, dass Mosblech bei Diogenes noch mal ran darf:
IAR: Gibt es eine Möglichkeit, Diogenes das nahe zu bringen?
M: Kaum. Ich denke, es soll eben nicht mehr sein.
Bedauerlich.
Ich habe mich ja schon immer gefragt, warum eigentlich aus Korall Coral, aus Dextro Energen Dextro Energy und aus Salzletten Saltletts werden musste.
Und gestern habe ich – regnerischer Samstagnachmittag – endlich mal nachgeschaut. Immerhin weiß ich jetzt, dass Coral und Dextro Energy zufälligerweise beides Unilever Marken sind. Und ich weiß, dass Korall seit 1988 Coral heißt, weil
die Europäisierung der Märkte […] einen neuen Namen notwendig gemacht (hat).
Unilever schreibt weiter, dass Dextro Energen im Jahr 2002
im Hinblick auf die heutigen Verbraucherbedürfnisse
in Dextro Energy umbenannt wurde. Aha. Wieder was gelernt: Europäisches Verbraucherbedürfnis verlangt nach coolen Anglizismen statt nach muttersprachlichen Markennamen. Warum aber kann es sich Volkswagen dann immer noch leisten, sich nicht in People’s Car umzubenennen?
Bahlsen, das im Snackbereich jetzt nicht mehr Bahlsen, sondern The Lorenz Bahlsen Snack-World heißt (naja, immerhin heißt die Post jetzt ja auch World Net, und aus T-Mobil ist T-Mobile geworden), spart sich eine Begründung und schreibt einfach nur:
Zusammen mit den weiteren Laugenspezialitäten „Sepp“ und „Brezies“ werden Salzletten ab Februar 2003 unter der einheitlichen Dachmarke „Saltletts“ geführt. Die Produkte präsentieren sich im neuen, zeitgemäßen Design unter den Namen „Saltletts Sticks Classic“, „Saltletts Maxi Sticks“ und „Saltletts Mini Brezel“.
Konsequenterweise hätte das ja Saltletts Mini Pretzel heißen müssen – offensichtlich vertraut man den Englischkentnissen der Verbraucher dann doch nicht so ganz. Und als weiteres Zeichen der Inkonsequenz hat The Lorenz die bekannten Erdnussflips wieder zurück benannt in Erdnuss Locken, die es dafür jetzt aber auch Italian Style und Mexican Style gibt.
Man verstehe mich bitte richtig – ich schreibe auch weiterhin E-Mail und keine E-Post, ich mache Layouts, scanne Fotos und surfe im Internet. Aber eingeführten Marken auf einmal denglisch klingende Namen zu verpassen, halte ich für überflüssig und am Verbraucher vorbeimodernisiert.
Ich für mein Teil kaufe jedenfalls lieber Salzletten als Saltletts Sticks Classic.

Ab 28. August 2003 wird die ESA erstmals den Mond erkunden – mit der SMART-1 Sonde, deren absolute Besonderheit ein Ionenantrieb ist.
Wie der funktioniert und welche Vorteile er gegenüber herkömmlichen, chemischen Antrieben hat, wird bei der ESA und bei Astronews ausführlich beschrieben.
Na dann, auf zum Mars…
Bild: ESA
Letzten Sommer stand ich bei Freunden in der Küche und habe zu Joy Denalanes »Mamani« gekocht.
Gerade eben habe ich diese CD wiederentdeckt – und kann sie nur empfehlen als eine der besten deutschsprachigen Jazz-Soul Produktionen aller Zeiten.
Ehrlich. Am besten gleich morgen kaufen.

FAQ (Häufig gestellte Fragen)