Liebes Tagebuch (40)
Habe ich mir neulich so überlegt: Wenn ein paar Aliens hier landeten und unser Fernsehprogramm anschauten – Gerichtsshows, gespielte Doku-Soaps wie Lenßen und Partner, Hausmeister Krause, lustige Zoo-Geschichten, Extreme Activity (Grimme-prämiert!), die 100 dümmsten Schmusesongs aller Zeiten (oder so), Entern oder Kentern (vielleicht der nächste Grimme-Preis-Träger?) usw. usf. –, müssten sie die Menschheit dann nicht zwangsläufig für retardiert halten?
Ich liebe es, zu kochen. Genau wie das Einkaufen, das dem bekanntlich voraus geht. Und was ich, wann immer es geht, auf dem Markt erledige. Entweder auf dem Babelsberger, seltener auf dem Potsdamer Markt. Es macht mir einfach Spaß, mit dem Metzger über die beste Lammcarree-Zubereitung zu fachsimpeln, mir von der Gemüsefrau einen Vortrag über Harzfeuer-Tomaten aus Werder anzuhören, mit der Eierverkäuferin über die Vorzüge frisch zubereiteter Mayonnaise zu philosophieren oder der Geflügelfrau Komplimente wegen der Qualität ihrer Maishähnchen zu machen.
Und natürlich bekomme ich – aus diesem Grund gehe ich schließlich dorthin – immer die besten und frischesten Produkte. Was sich allerdings der Hühnerverkäufer auf dem Bassinplatz gedacht hat, der mir letztens ein frisches Hähnchen verkauft hat, was sich nach der Zubereitung bedauerlicherweise als furztrockenes, zähes Suppenhuhn entpuppt hat, das die ganze Mühe nicht gelohnt hat und absolut ungenießbar war, weiß ich nicht. Er allerdings auch nicht, seiner Meinung nach war das ganze ein Missverständnis. Sehe ich auch so, deshalb gehe ich zukünftig auch wieder gleich zur Geflügelfrau meines Vertrauens.
Bitte merken: Spielverderber sind grundsätzlich nicht die im Hinterhof laut bis in die Morgenstunden feiernden Leute, sondern die Nachbarn, die um 4 Uhr morgens freundlich darum bitten, die Um-Ts, Um-Ts, Um-Ts, Um-Ts, Um-Ts, Um-Ts-Techno-Musik mit sonderverstärkten Bässen und gefühlten 350 bpm nun mal endlich sozusagen auf Gartenlautstärke herunter zu schrauben.
Unnützes Wissen: 2 / 3 aller Deutschen benutzen ihr Leben lang die gleiche Zahnpasta.
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Solange sie überhaupt Zahnpasta benutzen, mag das ja noch ok sein…
Alex
Oh mein Gott. Kochen und dann auch noch stundenlang einkaufen. Geht nicht, geht wirklich gar nicht bei mir. Ich würde verhungern, wenn es niemanden gibt, der für mein leibliches Wohl sorgt.
Große Hochachtung vor dieser Leidenschaft.
Beim TV-Punkt kann ich nur zustimmen. Wirklich abartig, diese scheisse, die tagtäglich läuft. Erschreckend ist, dass die realen Talkshows den Gipfel des Abschaums darstellen, diese billigen und niedrigen Leute, die ihre Probleme dem sensationsgeilen, ebenfalls niedrigen (* Bierflaschen in der hand halt *-Niveau) Publikum unterbreiten oder besser gesagt unterschreien, den der Ton in diesen Sendungen ist jeweils unter der Gürtellinie.
Hier gibts da auch so eine Gemüseverkäuferin: Wenn man sich die Tomaten selbst greift, sind die immer frisch, wenn man sie dagegen bittet, ein paar einzupacken, nimmt sie logischerweise die, die sie besser erreichen kann. Seltsamerweise sind die hinten liegenden Tomaten immer die matschigen.
Wie kann man so etwas herausfinden, daß zwei Drittel aller Deutschen „ihr Leben lang die gleiche Zahnpasta benutzen“? Quellenangabe? Probleme: (1) Keine Zahnpasta (schon gar keine repräsentative Anzahl unterschiedlicher Produkte) gibt es bereits lang genug in heutiger Form, daß sie die Lebensspanne des durchschnittlichen Deutschen je erreicht hätte. (2) Die meisten Produkte werden nach alle paar Jahre mit dem Zusatz „neue Formel“ oder gleich mit neuem Namen einem Facelifting unterzogen. Ist also nicht mehr die gleiche Zahnpasta. (3) Niemand verwendet Zahnpasta sein Leben lang. Als Babys müssen sie erst Zähne kriegen, und im Alter wechseln sie dann eher zu Gebißreinigungsprodukten. Fazit: Alles Mythos ;o) Nett ist übrigens der Hinweis auf dem Lidl-Mundwasser in Frankreich (ganz nach unten scrollen). Endlich setzt sich wer für die Rechte von Bakterien ein ;o)
Die Aliens müssen uns nicht für retardiert halten – wir sind es.
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