Bücher | Donnerstag, 27. November 2003
J. M. Coetzees „Schande“ war mein erstes Buch seit einigen Wochen, das ausnahmsweise mal wieder in der Jetzt-Zeit spielte – wahrscheinlich auch deswegen hatte ich es innerhalb weniger Stunden verschlungen.
Ich kenne Coetzee erst, seitdem er den Literaturnobelpreis gewann, aber anders als weiland bei Marquez, den ich vorher auch nicht kannte, dessen „100 Jahr Einsamkeit“ ich aber nach 200 Seiten wegen unerträglicher Langeweile weglegen musste, bin ich bei Coetzee hoch erfreut über diese persönliche Neuentdeckung.
„Schande“ ist ein ziemlich merkwürdiges Buch. Ich konnte nicht aufhören, es zu lesen, aber nachdem ich es durch hatte, blieb eigentlich nichts übrig – keine Freude, keine Trauer, keine Wut – trotzdem denke ich noch häufig daran zurück.
Aber vielleicht ist es ja gerade diese letztendliche Überwindung von Emotion, die mich an der Geschichte so fasziniert hat.
Wertung: fünf Kochmützen. 
Filme | Donnerstag, 27. November 2003
Diese DVD Kollektion mit allen drei Indiana Jones Filmen und einer zusätzlichen Extras-DVD ist eigentlich ein Muss für jede Sammlung.
Andererseits muss ich sagen, dass diese Box mit so wenig Liebe gemacht ist, dass man sich nach dem Kauf einigermaßen ärgert. Ich habe die DVDs beim ersten mal sogar umgetauscht, weil ich dachte, ich hätte eine Fehlpressung erwischt. Aber auch bei der umgetauschten Version ist der deutsche Ton derart miserabel, dass man sich manchmal an alte VHS Zeiten erinnert fühlt. Am schlimmsten ist es bei „Jäger des verlorenen Schatzes“, der eigentlich nur in der Originalversion (wenigstens die ist in Dolby 5.1) anzuschauen ist.
Und an die einzigartigen Geheimfilme, die angeblich exklusiv für DVD-Besitzer auf der Indiana Jones Website bereitstehen sollen, komme ich auch nicht ran, weil Macintosh Besitzer leider draußen bleiben müssen bzw. erst gar nicht die Tür finden.
Fazit: Für Indy fünf Kochmützen, für die DVDs lediglich zwei, macht abgerundet (da bin ich rigoros) insgesamt nur drei. 
Ab 1.7.2005 gibt es Indy übrigens endlich wieder im Kino, in Breitwand und mit 1a Ton.
Seit S Brokers Ankündigung, dass man sich „fortan keine Gedanken mehr über das passende Betriebssystem zu machen“ brauche, sind ein paar Wochen vergangen und die „neue Handelsplattform“ ist nun eingeführt. Auch die FAQ sind aktualisiert:
Kann ich mit einem Apple Macintosh beim Sparkassen Broker handeln?
Na klar. Sie benötigen lediglich einen Internet-Browser, der SSL, JavaScript, Formatvorlagen und Cookies unterstützt, wie z.B. Camino, Safari, Netscape, Mozilla usw. Wenn Sie den Internet Explorer von Microsoft verwenden, kann es teilweise zu Sicherheitsmeldungen kommen, so dass ein Zugang zum Depot nicht möglich ist. Bitte verwenden Sie in diesen Fällen einen anderen Browser, z.B. Netscape oder Safari.
Dumm ist nur, dass das mit dem Mac alles auch schon vorher problemlos ging – die Postbox allerdings, wegen deren Nichtfunktionierens ich bereits im März 2003 mehrere E-Mails an den Support geschickt hatte, funktioniert immer noch nicht!
Peinlicherweise ist der Javascript Syntaxfehler, auf den ich den Support schon im März aufmerksam gemacht habe, immer noch präsent:
if(navigator.appName!="Microsoft Internet Explorer")
{
wnd=window.open("/sbroker/docs/xyz.pdf","File", "tollbar=0,scrollbars=1,resizeable=yes");
}
else
{
wnd=window.open("show.html","Dokumentansicht",
"toolbar=0,scrollbars=1,resizable=yes");
}
Dieser Teil des Scripts, der ein PDF Dokument aus der Postbox in einem neuen Fenster öffnen soll, funktioniert für Browser != Microsoft Internet Explorer wegen der nicht existenten Eigenschaft tollbar nach wie vor nicht – unten haben sie richtigerweise toolbar geschrieben. Und ein weiterer Beweis für schlampige Programmierung ist die Tatsache, dass mir nach einem Screen-Refresh dennoch angezeigt wird, ich hätte das Dokument gelesen – obwohl ich es weder öffnen noch herunterladen konnte.
Ich bin gespannt auf das morgige Gespräch mit dem technischen Support…
Musik | Dienstag, 25. November 2003
Ich gebe zu: ich bin möglicherweise etwas zu unvoreingenommen, wenn ich eine CD mit lauter akustischen Instrumenten wie z.B. Gitarre, Harmonika und Bass höre. Wenn all das mit einer unvergleichlichen Stimme zusammenkommt – umso besser. Noch besser sogar, wenn ab und zu ein wenig Bossa-Brasil-Feeling dazu kommt. Genau deshalb gefällt mir Cassandra Wilsons Glamoured ziemlich gut.
Ich frage mich, wenn ich wieder mal ein solches vor Musikalität buchstäblich strotzendes Album gehört habe, immer, was Menschen an irgendwelcher in der Retorte geborener, empfindungs- und keimfreier Pop- und Superstars Maggi-Knorr-Eintopf-Musik finden können. Gehirnwäsche?
Wertung: fünf Kochmützen. 
Leben | Montag, 24. November 2003
Als ich in meinem ersten Eintrag über die „Private Messen in Berlin GmbH“ (PriMe) beschrieb, wie sich diese Firma trotz eines Gerichtsurteils bis heute um die Zahlung meines Honorar gedrückt hat, wusste ich von zwei weiteren Dienstleistern, die ihr Geld von der PriMe entweder gar nicht oder nur zu einem ganz geringen Teil erhalten haben.
Mittlerweile haben sich auf diesen Eintrag (und auf die Fortsetzung) hin zwei weitere Leidensgenossen bei mir gemeldet: Victor Dewsbery, der in den Kommentaren seine Erfahrungen mit der PriMe schildert und Oliver Stark, der in einer E-Mail schreibt, dass ihm mein Eintrag wie ein Déjà Vu vorgekommen sei, er habe genau das selbe erlebt.
Damit wären wir nun also schon zu fünft.
Offensichtlich ist es bei dieser Firma übliche Methode, für jede ihrer vier Messen im Jahr einen neuen Designer zu beauftragen, und ihn anschließend entweder gar nicht zu bezahlen – wie es z.B. bei mir der Fall ist – oder ihn mit lächerlich kleinen Summen im Bereich von 20% der eigentlichen Rechnungssumme abzuspeisen.
Bei meinem letzten Telefongespräch mit PriMe am 14.06.2002 sagte mir Herr Münter, dass ich mich auf den Kopf stellen könne, ich bekäme mein Honorar nicht – wörtlich sagte er: „Gehen Sie doch vors Gericht, wenn Sie sich das leisten können.“
Nun, ich war zwar schon vor Gericht und habe auch gewonnen, allerdings stehen noch zwei weitere Rechnungen aus. Vielleicht gibt es dann ja gleich eine größere Verhandlung – mit fünf Geschädigten…
Weitere Artikel zu „Private Messen in Berlin GmbH“.
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Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob die Website der WebDesign-PMR (laut eigener Aussage „ein junges dynamisches Designer-Unternehmen, berät als einer der führenden Internet-Strategen Firmen auf der ganzen Welt, in Sachen InternetAuftritte, FirmenLogo, und WebDesign“) wirklich ernst gemeint ist. Ein Beispiel:
Das Internet verbindet Weltweit Menschen miteinander, darum sollten Sie besonderen Wert auf Ihre HomeP@ge legen. Ihre Kunden werden es Ihnen danken ladefreundliche Webseiten aufrufen zu können. Genau das macht WebDesign aus. An Webseiten basteln kann jeder aber ob die erstellte HomeP@ge ladefreundlich ist, ist eine andere Sache. Unser Aufgabengebiet ist es Webseiten und FirmenLogo’s zu erstellen. Webseiten die auch ladefreundliche Bilder beinhalten. Viel zu oft sieht man Webseiten, die zwar genügend Text aufweisen aber bei den Foto’s wird gespart. Das muß nicht sein.
Schön ist auch die Flash-Animation auf der Titelseite: „Wir können keinen Regenwald retten aber Ihre WebSeite“ oder die auf der Projektseite: „100.000 mal Holz gehackt, wie oft muß man Holz hacken um PERFEKT zu sein ?“
Unerreicht ist aber meines Erachtens die Auswahlseite. Nicht nur, dass das eine der grottoidesten Anwendungen von Flash ist, die ich je gesehen habe – nein, diese penetrante Computer-Stimme sagt statt „Press Button“ ständig „Press Buttom“, was etwas ziemlich Anderes ist.
Wenn man dann im Quelltext noch den Title Meta Tag sieht: „Web & Grafik Design, WebDesign-PMR. Hürth, Köln, Amsterdam, Paris, London.“ kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass es sich um Satire handeln muss...
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